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Kommune Niederkaufungen, Lossehof & VillaLocumuna 3.7.-11.7.

text folgt noch

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Das selbst gebastelte Abflammgerät.
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Der Brenner
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Die Gasflasche wird auf das Rad montiert und bildet so ein Gegengewicht zum Brenner
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Ein Geräteträger und ein Deutz.
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die selbst gebaute Spindelhacke für den Zwischenachsanbaukann auseinander- und zusammengezogen werden je nachdem wieviel Reihen zu hacken sind
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Die vorderen Hackkörper gehen etwa 3-4 cm in den Boden rein und treiben damit die hinteren an. Die Übersetzung in dem roten Kasten ist so, dass die Hackkörper hinten deutlich schneller rotieren. Erst wird also der Boden gelockert und dann das Unkraut raus gerissen. Ziel war eine nicht schmierende, sondern krümmelnde Hacktechnik.
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der stark beharrte Eber….
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…bewegte sich leider etwas fix fürs Foto. Die Schweine bekommen die Molke und Küchenabfälle
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Mein erstes mal anmelken mit der Hand. Die Milch wird zu einem großen Teil zu Käse verarbeitet.
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der kleine Elektro LKW.
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Der Hühnermist mit auswaschungschutz
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Unter dem Hühnermobil
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zur Fahrt könen die Reifen weiter unten angebracht werden um genug Bodenfreihet für den Hänger zu erlangen
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Das Rad in Parkstellung (kaum Bodenfreiheit)
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Die organgene Röhre enthält das Wasser, der Tank kann mit Medizin befüllt werden.
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Das Hühnermobil hat einige Sicherungen…
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Christine hat noch eine Gitterseitentür eingebaut wegen besserer Durchlüftung
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Hühner scharren um die Obstbäume herum und ersparen Düngung und teilweise auch das Baumscheibenhacken.
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eine Trockenbadgarantie
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Die Beschattung mit selbstgebauten schiebbaren untersatz
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Die Eierklappe ist von draußen zu öffnen. Die Hühner können von drinnen hinein, bis sich vormittags die Eingänge automatisch verschließen. Die Eier liegen in Dinkelspälzen und können von außen entnommen werden. Das versinken der Eier verringert die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung durch die Hennen
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Christine und ihr Mobil von der Seite

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der Anzuchttunnel mit Mistfrühbeet
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Blick auf Möhren und dahinter die Saatgutvermehrung
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die Folientunnel sind per Kurbel seitlich zu öffnen
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ein hydraulischer Widder pumpt Wasser in einen Tank mit der Kraft des fliessenden Wassers, völlig ohne weitere Energiezufuhr. Damit soll der Druck in dem Tank soweit erhört werden, dass die Sprenkler im Folientunnel laufen. Hier ein Video zur Erklärung der Funktionsweise: https://www.youtube.com/watch?v=HYciQ3p3K8M

G20 – weil es mich nicht kalt lässt…

Hallo Leute,

Ich habe mich in den letzten Tagen viel über die Ereignisse und die Berichterstattung über die G20 Proteste geärgert (Wider besseren Wissens ihrer Funktionalität zugegeben…). Angefangen bei der Polizeistrategie eine gewaltige aber friedliche Demonstration anzugreifen und sie mit Wasserwerfern allesamt in den Vierteln zu verteilen und ihnen zu demonstrieren das friedlicher Protest nicht stattfinden kann, bis zu den konterrevolutionären Aktionen die kein Linker gutheißen kann: Kleinwagen wurden angezündet, während ein Mercedes unversehrt daneben steht (nicht das ich das anzünden von teuren Autos mit zu vermutender Vollkasko sinnvoll finde), Kleine Geschäfte entglast, während daneben eine Bank unversehrt steht und Leute, die geschlagen wurden für das Verteidigen ihres Viertels vor konterrevolutionärem Vandalismus. Ortsansässige Geschäftsleute, die selber darunter gelitten haben, haben ein schönes Statement verbreitet. Weiter unten habe ich es in diesen Blogbeitrag eingefügt. Dem habe ich lediglich hinzuzufügen, dass ich nicht an eine reine Bespaßungs- und Wutrauslassungsaktion eines bunten(!) Mobs glaube, sondern dass bezahlte Agenten gezielt kleine Läden und kleine Autos zerstört haben. Ich glaube auch nicht an die öffentlichen Stellungnahmen des Gewaltmonopols es wäre zu sehr mit dem Schützen der Veranstaltung beschäftigt gewesen um im Schanzenviertel einzuschreiten. Das ist mir bei 20.000 Beamten nicht glaubhaft vermittelbar selbst wenn diese auch Pausen brauchen. Ich glaube vielmehr, dass – wie vielerorts beschrieben – über mehrere Tage Druck gemacht wurde auf die Menschen in Hamburg (nicht nur die Demonstranten), und dann bewusst das Schanzenviertel sich selbst überlassen wurde. Ich hoffe wir verlernen nie die Frage zu stellen: wem dient es?

Wem dient die Nicht-Distanzierung der inteverntionistischen Linken von den dämlichen Anschlägen auf die Deutsche Bahn? Sie diente weder der Blockade oder Sabotage irgendwelcher gipfel-relevanter Infrastruktur noch der Sympathischöpfung bei den Leid tragenden Fahrgästen. Also weg mit dem Distanzierungstabu innerhalb der autonomen Linken bei hirnverbrannten militanten Aktionen!

 

Terrorabwehr?  Nicht da wo sie nötig is!

Ich hatte (glaube ich in der Samstagsausgabe der TAZ vom 8.7., leider ist das Archiv gerade nicht verfügbar gewesen) einen Bericht von einer TAZ Journalistin gelesen, die mit ihrer Kollegin durch die Kontrollen durch ist und nur ihren Journalismus Ausweis kurz hoch gehalten hat. So stand sie mit ihrer Kollegin nach kurzer Zeit mit völlig unkontrollierten Taschen direkt am Empfang des G20. Mit einem simplen Remake eines Journalisten Ausweises hätten sie z.B. Trump mit in die Luft sprengen können. Dies hat sie dem dortigen Einsatzleiter ungläubig mitgeteilt, da sie keinen Bock auf weitere Einschränkungen der Bürgerrechte und sonstige Konsequenzen eines solchen Anschlags hat. Dieser, anscheinend ebenso verwirrt, lief dann mit der Journalistin zu dem entsprechenden „Kontrollbeamten“. Dieser sagte er sei nicht mit der Kontrolle beauftragt worden. Es war also beim G20 in diesem Moment niemand zuständig für die Kontrolle der Leute, die direkt bis an die Herrschenden ran kamen. Ist sowas die gewaltigste Panne der Sicherheitsorgane überhaupt, oder gibt es dabei ein Kalkühl? Wem dient es?

 

 

<https://www.facebook.com/BistroCarmagnole/posts/1451018668300206>
Bistro Carmagnole

+++ STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE +++

Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger
Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der
Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der
Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.
In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden
auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die
Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der
Polizei gerungen.

Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer,
darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch
viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.
Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort
und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.
Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn
gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder
im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.
Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten
herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen
und das Pflaster aufgerissen wurde.
Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig
unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz
kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund
geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.
Tagelang.
Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den
Teppich gekehrt werden.

Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag
und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben.
Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb
der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten
Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen.
Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure
und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel
oder Bushido-Konzert über den Weg laufen würden als auf einer
linksradikalen Demo.
Es waren betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die
mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und
Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht
nachvollziehbar.
Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben
eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit
Diebesgut das Weite suchten.
Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem
Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen,
die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit
Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten.
Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch
Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel
– durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn
brach.
Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken
AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.

Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung an dem Tag viele
Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz
gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten
sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden
anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen,
die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und
sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer
löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“
Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen,
obwohl das Haus bewohnt ist.
Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche
Aktion zu welcher Reaktion geführt hat.
Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit
vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein
Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.
Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind
und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es
lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück.
Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des
Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der
internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen
weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette
Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat.
Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber
dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt
entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit
polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können,
scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von
Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein.
Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an
politischem Weitblick absehbar gewesen.
Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns
alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten.
Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in
der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert
und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich
bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss
auch gesagt werden:
Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem
Viertel, die um die Welt gingen.
Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt.
Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt
Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten.
Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte
ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen.
Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf
unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den
alkoholisierten Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben.
Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich
aber im Zweifelsfall nicht.

Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden
entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die
vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die
Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern
konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste.
An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu
knapsen haben.

Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch
freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des
Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns
selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört.
Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.

In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen
wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in
ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der
Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit
all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.

Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel

BISTRO CARMAGNOLE
CANTINA POPULAR
DIE DRUCKEREI – SPIELZEUGLADEN SCHANZENVIERTEL
ZARDOZ SCHALLPLATTEN
EIS SCHMIDT
JIM BURRITO’S
TIP TOP KIOSK
JEWELBERRY
SPIELPLATZ BASCHU e.V.
MONO CONCEPT STORE
BLUME 1000 & EINE ART
JUNGBLUTH PIERCING & TATTOO
SCHMITT FOXY FOOD

Wurzelwerke Escherode 25.6.-3.7.

1. Objektive Daten

# Rechtsform: GbR zu dritt, wobei eine Person nicht Teil des Gärtnereiteams ist

# Fläche: 6ha, Kleegras, Pferde davon 2,6ha reines Gemüse

# Gärtner_Innenteam: 2 Gärtnerinnen, 3 Lehrlinge,

# Die Arbeitszeit etwa 40 Stunden

# Finanziert anonyme Bieterrunde , vorher offen(wie weit gehen die Gebote auseinander?)

# Versorgt 230 davon 100 aus Kommunen, 30 aus Abokiste

# Anteilsgröße: „ordentlich“

# Besteht seit 7 Jahren

# Organisation: Gastwerke als Verein besitzt Gelände, Konsenprinzip

Wurzelwerke GbR, Konsensprinzip mit Mitarbeitern

# Maschinisierung: Grundbodenbearbeitung zu 75 % mit Fendt Gt360 75PS, Pflanzen mit Elfer Deutz, Hacken & Häufeln und 15% der Grundbodenbearbeitung mit Pferd. Vorderwagen mit Hydraulik

# Bewässerung: Wasser aus Zisterne wird mit Traktor hoch gefahren zum Feld. Bewässerug im Tunnel mit Schirmregnern.

# Lagerung: Mantelkühlhaus, Auch die Kaufunger lagern hier ein. 800 Kohls

# Verteilstationen: mehrere in Kassel, eine in Kaufungen und Escherode

# Boden: eher tonig

# Azubis: 3

Eigene Eindrücke

Verteilung

Der Betrieb scheint mir einen ordentlichen Output an Gemüse zu produzieren. Durch die Kollaboration mit der Roten Rübe der Kommune Niderkaufungen können auch noch Kräuter und etwa 4 Eier pro Portion angeboten werden. Beide zusammen bilden die Solawi Kassel. Es wird zwei mal wöchentlich ausgefahren, wobei jedes Kollektiv einmal dran ist. Aufgrund der wenigen Kilometer Entfernung kann die jeweils andere Gärtnerei auf dem Ausfahrweg angefahren werden um die ergänzenden Produkte abzuholen. Produziert die Rote Rübe in einer Woche beispielsweise nicht eine ausreichende Zahl an Zucchini, kann die fehlende Zahl ggf. noch eingeladen werden. Bei der Lieferung ist so eine höhere Kontinuität möglich.

Solawi – Markt – Hofladen – Abokisten – Mischform

Mit dem Gemüse des Wurzelwerks wird nicht nur die Solawi bestehend aus einzelnen Abnehmern und den zwei Kommunen Niderkaufungen und Gastwerke versorgt, sondern auch der Hofladen und die Abokiste. Diese beziehen genauso Anteile wie die anderen Solawist@s. Zusätzlich wird auch ein bestimmter Teil der Jungpflanzen im Frühjahr auf einem Markt verkauft. Da die Gewinnmarge bei der Jungpflanzenproduktion deutlich höher ist als bei der Gemüseproduktion (so die Jungpflanzen für Preise zwischen 1,5€ und 3,50€ verkauft werden), kann das Budget der Solawi etwas entspannt werden. Im Bezug auf die Arbeitsbedingungen ist allerdings anzumerken, dass die saisonale Arbeitsspitze in der Jungfplanzenproduktion sich mit der Arbeitsspitze beim Pflanzen und Pflegen der (vor allem der Lager-) Gemüsekulturen bis zu ihrer Etablierung überschneidet.

Ein weiterer Aspekt ist für mich der Eindruck, dass sobald eine nicht kontinuierliche Vertriebsform – also eine nicht-Solawiform – in einem Betrieb existiert, Marktverhalten in den Betrieb einziehen muss. Um ein Beispiel zu nennen: Der Zwang gleichförmige(re)s Gemüse zu produzieren steigt und es werden z.B. Hybridsorten eingesetzt, oder Paprikas werden nicht bereits grün geerntet, sondern erst wenn sie rot sind, wodurch die Produktivität der Pflanze weniger gefordert wird. Eine geringere Erntemenge ist die Folge. Klar hat eine rote Paprika eine andere Qualität, aber diese ist abzuwägen gegenüber einem Vollversorgungsanspruch. Auch muss natürlich die einer Gärtnerei zur Verfügung stehende Gewächshausfläche in Betracht gezogen werden, die im Wurzelwerk so dekadent groß ist, dass die Folientunnel zum Unterstellen von Geräten oder zukünftigen Außenküchen dienen. Dies liegt daran, dass der Betrieb diese Gewächshäuser schon auf dem Gelände vorgefunden hat, da hier eine Forstversuchsanstalt war.

Erweiterung

In den beiden benannten Gärtnereien wurde gerade über ein weiteres Wachstum der Anteile auf 250 und die Hinzunahme weiterer Flächen bei einer weiteren Kommune in der Gegend entschieden. Dort ist auch unter anderem Milchviehaltung im Gespräch. Hier in der Solawi Kassel wird die Frage ob mehr einzelne Kollektive oder ein großer Zusammenschluss die Stadt versorgen sollen klar beantwortet, während in Leipzig bereits mindestens vier Solawis „nebeneinander“ existieren.

Auf beiden Seiten gibt es schlagkräftige Argumente. Beantworten lässt sich die Frage nur durch eine Festlegung von Prioritäten und Zwecken, die eine solidarische Landwirtschaft erfüllen soll.

Deswegen sind einige der Argumente, die ich im folgenden kurz aufliste für manche Projekte mehr, weniger, oder gar nicht relevant.

Pro Solawizusammenschluss und Monopolstellung

# Potentiell kann eine breitere Produktpalette angeboten werden

# der Ausgleich der Ausfälle einzelner Kulturen auf den einzelnen Höfen kann leichter vorgenommen werden (einzelne Solawis können sich auch austauschen, das erfordert aber mehr Kommunikation, ist aber bei der Roten Beete auch schon passiert)

# Konkurrenz zwischen Solawis um Mitglieder wird auf verschiedenen Ebenen verhindert: ökonomischer Wettbewerb, sozial/politisch

Contra Solawizusammenschluss

# Mitglieder können sich nicht entscheiden welchen Hof sie unterstützen wollen

# Die Verbundenheit zu einem einzelnen Projekt sinkt. Der Spruch:„Eine Gemeinschaft trägt einen Hof“ gilt dann nicht mehr.

# Vermutlich sinkt die Bereitschaft zur Mitarbeit der Mitglieder in den Projekten, bzw. das Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder für einen Hof. (Mitarbeit von Mitgliedern ist bei den Wurzelwerken nur mit Kontinuität möglich, also ein ganz anderes Model solidarischer Landwirtschaft)

# Mitglieder müssen gleich mehreren Betrieben vertrauen, bei gleichzeitig höherer Anonymität

# Etats müssen von den Solawis zusammen aufgestellt werden

# Koordinierungsaufwand zwischen den Gärtnerteams/Landwirten entsteht.

# kollektive Entscheidungsstrukturen (so sie gewünscht/vorhanden sind und je nach Anspruch, z.B: Konsens oder Mehrheitsentscheidung) werden komplexer.

Stabilität des Mitgliederstamms

Die Solawi Kassel hat nach Gärtner Jürgen nur etwa 5% Wechsel pro Jahr. Interessant ist die Beobachtung, dass diese Wechsel vor allem in den großen Verteilstationen passieren. Jürgen führt dies auf die höhere Anzahl von Missverständnissen durch die größere Anonymität zurück.

Durch die Monopolstellung der Solawi Kassel ist natürlich ein Wechsel der Solawi nicht möglich.

Teamstabilität

zwei der GärtnerInnen des Gründungsteams sind seit 7 Jahren dort. Leider gab es bei den übrigen Teammitgliedern viele Wechsel. Klar ist, das in einer Organisation, bei der die Abläufe und Routinen schon klar sind, Neueinsteiger ersteinmal vor einer Wand bewährter Routinen zu stehen scheinen. Dies wird durch den Anspruch ein gleichberechtigtes Arbeitskollektiv sein zu wollen noch schwieriger zu akzeptieren. Aus der Perspektive der Alteingesessenen (vor allem wenn es sich auch noch um GründerInnen handelt) ist die Bereitschaft ein running system zu verändern erstmal gering.

Denn warum ändern was schon lange funktioniert hat. Um diesen Spalt zwischen neuen und alten Mitgliedern der Organisation zu schließen braucht es viel Geduld und guten Willen auf beiden Seiten. Im gemeinsamen Dialog muss eine gesunde Mischung aus dem Übernehmen vom Routinen durch die neuen, sowie einer Wertschätzung für das funktionierende Bestehende und dem Zulassen von Veränderungen und Ideen auf Seiten der Organisationsälteren, gefunden werden.

Dies wird bei den Wurzekwerken durch das bestehen einer fachlichen Hirarchie auf der theoretischen Wissens- und der Erfahrungswissensebene sicherlich erschwert, denn die drei „neuen“ sind noch Azubis. Dennoch denke ich, dass eine höhere Teamstabilität durch eine schnelle Übertragung von klar abgegrenzten mittel- oder längerfristigen Verantwortungsbereichen erreicht werden kann. Die Identifikation des Einzelnen mit der Organisation wird durch die Verantwortung für etwas „Eigenes“ erreicht und die Einzelnen können an ihren Aufgaben wachsen und sich hineinfuchsen.

Soweit meine schlauen Ratschläge 😉

 

 

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Das „MAXI“, wie die WurzelwerkerInnen ihren doppelt befolten Tunnel nennen. Er stammt wie die anderen Tunnel auch aus der Forstversuchsanstalt, die hier Bäume heranzog. Mira zeigt wie groß es ist 😉
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In einem der Folientunnel baut ein anderes Kollektiv der Gemeinschaft der Gastwerke einen Sanitärtrakt für den späteren Seminarbetrieb mit Stampflehmwänden und Betonfundament
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Einer der Tunnel dient als Schlepperwerkstatt und Geräteschuppen der Gärtnerei
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Die Quelle „Habichtsborn“ geht auf eine Urkunde Kaiser Karls zurück, der einem Anführer und seinem Gefolge hier die Niederlassung per Urkunde erlaubte. Da der Rinnsal kaum taugte musste ich gezwungener Maßen meinen Durst auf andere Weise stillen…
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Eine selbst gebastelte Holzbündel-Transportvorrichtung. Sie lässt sich mit Dreipunktaufhängung am Schlepper anbringen. Durch das Flachband auf den Rollen können an zwei Stellen die Holzbündel zusammengeschnürt werden. Natürlich ist eine entsprechende Scheitlänge erforderlich.
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Hier nocheinmal von der Seite…
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Die Wurzelwerker müssen ihr Gemüse durch ein grobmaschiges Netz vor Wildverbiss schützen, da sie mit ihren Flächen direkt an den Wald angrenzen. Leider ein wie man hier sieht recht verschlemmter toniger Boden.
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leckere dicke Bohnen, die etwa drei mal durch geerntet werden. Hier sind sie völlig lausfrei
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Die Yacón bilden neben ihren Wurzeln Knollen, die Melonig/Gurkig frisch schmecken sollen und sich problemlos lagern lassen wie Kartoffeln.
Yacon
Hier ein Yacón-Bild aus Wikipedia. Es handelt sie um ein Gewächse aus der Familie der Korbblütler. Urspung ist das Hochland von Peru und der Norden von Argentinien.
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Das Yacón Beet mit den überdachten Freiland Tomaten. Die Dämme sind in zwei Überfahrten mit dem Pferd gezogen.
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Sellerie und Zucchinis, daneben Kohls unter Netz. Im Hintergrund zwei weitere Tunnel…
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Im gemulchten Kleegras ist der Boden hier trotz Feuchtigkeit hart und verdichtet. Ob das nur der Tongehalt ist oder auch der überdimensionierte Fendt 320? (Oder 340?)
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von uns frisch gepflanzt und aufgebundene Melonen links und rechts frisch aufgebundene Bohnen.
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ein mehrjähriges Neuseeländerspinatbeet fertig zur Bepflückung.
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um die Höhe des Aufwuchses zu bewundern nochmal aus der Perspektive eines Huhnes 😉
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die Heiztechnik des Gewächshauses.
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Das Vorgespann mit bequemem Kutschbock, Motor zur Zapfwellenantreibung…
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…mit austausch-/ und aushebbaren Geräten
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Das beheizare Jungpflanzenanzuchthaus, nebenan: zwei weitere…

Oekofeldtage 21.6.2017

Ja liebe Leute. Fuer mich ergab sich die gluecklich Moeglichkeit die ersten deutschen Oekofeldtage im Staatsgut Frankenhausen zu besuchen. Natuerlich ist das eine gigantische Werbeveranstaltung. Eigentlich waere der Name Messe etwas ehrlicher. Aber es gab ja auch einige inhaltliche Vortraege und Diskussionen. Ich habe mich hauptsaechlich fuer die Maschinenvorfuehrungen interessiert und mit die kompletten Hack- und Grubbertechnikvorfuehrungen rein gezogen. Dazu die Fotos unten…

 

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Der GEO Hobel konnte mit seinem flachen Unterschnitt des Kleegrases ueberzeugen. Der Traktorfahrer behauptete dies ginge auch bei Bestaenden von 1,80m Aufwuchshoehe. Hier ein Video https://www.youtube.com/watch?v=ncWC25_eres
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die Walze dient der Rueckverfestigung, der Schlauch den man sieht kann fuer eine direkte Saat genutzt werden. Unteschneiden und aussaehen in einem Arbeitsgang.
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Von allen Fluegelschaargrubbern fande ich das Model von Treffler am ueberzeugensten, auch weil keinerlei Zapfwellenantrieb notwendig ist. Entscheident fand ich aber die Idee vor dem Fluegelschaargrubber noch eine Messerwalze laufen zu lassen, die die Grassoden schonmal quer zur Fahrtrichtung ritzte und so den Fluegelscharen die Arbeit erleichtert. Leider habe ich die wohl nicht fotografiert.
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Hier die Zustreicher, kraeftig aber dennoch flexibel. Ganz gut geloest finde ich…
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die wie eine Wippe gelagerten Scheiben steuern die Tiefenfuehrung mechanisch. Auch der Trefflergrubber kann Unterschneiden und Aussaehen in einem Arbeitsgang.
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Ergebnis von Treffler: auf 2 bis 3 cm unterschnitten, kaum Fehlstellen.
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verstaerkte Striegelzingen hinten am Trefflergrubber
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Ein Riesen Jaehteflieger mit Ueberdachung. Die Liegen scheinen mir leicht nachbaubar zu sein wenn man einen Sattler kennt…
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Dieser Unterschneider sorgt mit durch Zapfwellenantrieb auf und ab bewegbaren Anbau fuer ein noch einfacheres Ernten von Wurzelgemuese. Bei unserem sandigen Lehm aber wohl nicht noetig…vielleicht fuer schwere Boeden…
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leicht versetzte halbe Gaensefuszhackschaare mindern die Versopfungsgefahr. Zwischen ihnen ist ein minimaler Zwischenraum. Der Rest des Beetes wird durch die Scheiben verschuettet. Ob das so gut funktioniert wie die gute alte Hohlschutzscheibenhacke?
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Ein Dammanhaeufler von Ruthenberg mit dem obligatorischen Glattsreicher dahinter. Dann sehen die Daemme wie mit der Maurerkelle glatt gestrichen aus. Die Felder erinnern dann tatsaechlich an Fabrikhallen…
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die ueberzeugenden Fingerhackschaare kosten leider neu pro Paar 750 Euro
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Der neue Geraetetraeger von Terrateck. Eine interessante Firma auch mit coolen Handwerkzeugen (z.B. ein Handstriegel) http://www.terrateck.com//img/cms/TERRATECK_CATALOGUE_UK_27_JANVIER_BD.pdf
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Das Huehnermobil bei Witzenhausen entwickelt, nutzt Dinkelspreu fuer eine sanfte Eiablage. Die Eier versinken darin langsam und werden so von den Huehnern nicht beschaedigt oder bebruetet. Durch die seitliche Oeffnung des Wagens koennen die Eier bequem entnommen werden.
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Der grosze Vorteil der mobilen Huehnerhaltung ist die Verhinderung von frei geschaarten Flaechen rund um den Stall. Auch die Huehnergesundheit ist besser, durch die Ortswechsel. Unter dem Mobil befindet sich ein Kasten in dem eine Folie ausgebreitet wird. Auf diese wird regelmaeszig kurz gehaeckseltes Stroh ausgebracht. Hier koennen die Huehner auch bei Regen scharren. Die Plane wird nur einmal im Jahr gewechselt. Leider ist auch das kleinste Model fuer 225 Huehner ausgelegt….
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Eine Art Daniel Duesentrieb des Demeterlanbaus praesentierte diese Praeperatspritze, die Praeparate fein zerstaeubt. Etwas merkwuerdig kommt mir das ausbringen extra mit Hand geruehrter und verzauberter Preparate durch diese Technik ja schon vor….
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Ein Traktor der mit Erdgas faehrt…

1. Objektive Daten

https://solawi-freudenthal.de/

# Rechtsform: eingetragener Verein

# Fläche: etwa 2,4 ha gestreut auf 4 Standorte, 5 Gewächshäuser + Möglichkeit zur Jungpflanzenanzucht in Uni Gewächshaus in Witz

# Gärtner_Innenteam: eigentlich 5 GärtnerInnen (eine temporär nicht besetzt, 1 ausgefallen) + FöJ+ zwei Mitglieder die für ihren Gemüseanteil einmal in der Woche mitarbeiten.

# Die Arbeitszeit variiert stark, kurzzeitig fehlten zwei GärtnerInnen dieses Frühjahr, angepeilt sind zusammen 100 Wochen Arbeitsstunden im Jahresdurchschnitt

# Finanziert durch anonyme Bietrunde der Mitglieder

# Versorgt 150 Anteile

# Anteilsgröße: zur Zeit klein aus unterschiedlichen Gründen, s.u.

# Besteht seit 2012

# Organisation: vierteljährliche Versammlungen

# Maschinisierung: ein Traktor, Geräte werden sich hauptsächlich geliehen von umliegenden Bauern, bzw. Solawis

# Bewässerung: drei der Flächen mit Pumpe/Brunnen und Regnern, eine mit Schlauch/Pumpe mit Bachwasser (leider genau letzte Woche ausgetrocknet) dort wird nun mit Traktor ein 1000l Tank hoch gefahren zum Feld.

# Lagerung: weiss ich nicht

# Verteilstationen: Drei in Witzenhausen und Gertenbach

# Boden: unterschiedlich, größtenteils lehmiger Sand, teilweise nur wenig Mutterboden über dem Fels.

# Azubis: Keine

 

 

Meine Eindruecke

Die Solawi Freudenthal ist gegründet worden von StudentInnen der ökologischen Agrarwissenschaften. Dort konnten sie sich frei von vorher bestehenden Betriebshierarchien ausprobieren, denn das Team wechselte jährlich beinahe komplett. Durch die ökonomischen Grundbedingungen (kein eigenes Land, bzw. teilweise nicht einmal ein Pachtvertrag, keine eigenen Maschinen, Flächen ohne Brunnen, wo auch keiner gebohrt werden wird weil eben die Flaeche nicht Eigentum der Solawi sind etc…) in Kombination mit den wechselnden Teams, scheint ein Verlassen der Pionierphase nicht möglich. Das Team aus dem letzten Jahr hat sich deswegen auch vorgenommen vom System des jährlichen Wechsels Abstand zu nehmen und zu versuchen ein beständiges GärtnerInnenteam zu bilden. Kurz vor meinem Aufenthalt war das Team allerdings damit beschäftigt den Weggang eines Teammitglieds, sowie den zwischenzeitlichen Ausfall eines weiteren mitten im Frühjahr zu überbrücken (eine weitere Gaertnerei auf Gaertnersuche…). Dadurch ist die Arbeitsbelastung im Frühjahr enorm gestiegen und einige notwendige Arbeiten konnten nicht gemacht werden. Wie auch auf dem Schellehof beobachtet, ist ab einer bestimmten Betriebsgröße ein ins Hintertreffen geraten beim Hacken später kaum mehr aufzuholen.

Gehackt wird in diesem Betrieb zur Zeit(neben den Handhacken) mit einer Hacke, die hinten an die Dreipunktaufhaengung des Schleppers gehaengt wird. Hinter der Hacke befindet sich ein Sitz von dem aus mensch sie etwas lenken kann. Es macht zwar mehr spasz so zu Hacken, allerdings wird auch doppelt so viel Arbeitskraft gebraucht wie bei einem Geraetetraeger mit Hacke im Zwischenachsanbau.

Ich habe dem Gartenteam geraten sich nochmal Zeit fuer eine grundlegende Neuplanung des Betriebs zu geben und dafuer ggf. auch den Ausfall einer Gemuesesaison in Kauf zu nehmen. Unter den oben beschriebenen Bedingungen, die eine langfristige Planung unmoeglich machen sehe ich kaum eine andere Chance. Es muss sich eine Gruppe finden die bereit ist sich mittelfristig festzulegen und dementsprechend auch Investitionen in Land und Maschinen auf sich nimmt.

Die Suche nach dieser Gruppe von Gaertnernden wird bestimmt einiges an Energie und Zeit kosten, daher meine Idee sich vielleicht nichts anderes Vorzunehmen als die Gruppenfindung. Wenn sich dabei dann ein Plan herausbildet, wie es genau mit der Solawi weitergehen kann, dann

kann ich mir vorstellen, dass die Mitglieder fuer diesen quasi Neuanfang Verstaendnis haben werden. Auch deshalb, weil bei einem aussetzen des Betriebs dessen Hilfsbeduerftigkeit tatsaechlich erfahren werden kann von seinen Mitgliedern.

Leider habe ich keine Fotos aus Freudenthal, also bleiben nur die auf der eigenen Seite.

Ich wuensche ihnen viel Glueck und Solidaritaet auf ihrem weiteren Weg!

Die Grünschnäbel, Cobstädt

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8.6.-10.6.

1. Objektive Daten

# Rechtsform: GbR mit drei Leuten, Keine Solawi! Bioland zertifiziert

# Fläche: 1,7 ha, da drauf mehrere Folientunnel, und noch 2 Anzuchttunnel auf dem Hof

# Gärtner_Innenteam: 5

# Versorgt einen Hofladen und Markt

# Besteht seit 2006

# Maschinisierung: Einachser mit verschiedenen Geräten

# Lagerung: Keine (kein Lagergemüse)

# Boden: sandiger Ton

 

Allgemein:

Die Grünschnäbel produzieren ihre eigenen Jungplfanzen für sich selbst und zum Verkauf. Der Verkauf stellt eine wichtige Einnahmequelle da im Frühjahr, an dem ansonsten noch nicht so viel verkauft wird. Die Preise für die Jungpflanzen variieren zwischen 0,80€ und 2,30€ (für Paprika).Bis zu 6000 Tomatenjungpflanzen à 2€ können in einem Frühjahr verkauft werden. In der Kommune Waltershausen leben sogar 2 Gärtner ein ganzes Jahr von 750€/Monat und müssen dafür nur 3 Monate Jungpflanzen ziehen und verkaufen, so wurde mir erzählt. Der Hofladen in dem neben den Jungpflanzen und dem eigenen Gemüse auch ausschließlich regionale Bioprodukte verkauft werden bildet für die Gärtnerei eine wichtige Schnittstelle zum Dorf. Viele Kunden kommen jede Woche. Es kam die Frage auf, ob denn – wenn sie als Solawi arbeiten würden – nicht dieser regelmäßige Kontakt zu den Einzelnen verloren gehen könnte. Sicherlich ist bei uns auf dem Hof der Kontakt sporadischer, da wir gar nicht immer mitbekommen wenn sich jemand sein Gemüse aus unserer auf dem Hof gelegenen Verteilstation holt. Allerdings investiert die Rote Beete auch für die komplette Verteilung des Gemüses gerade einmal ca. 5 Stunden für eine Arbeitskraft…(Dein Hof und Schellehof sogar gar keine, da dies Mitglieder übernehmen). Der Kontakt entsteht bei uns ansonsten eher über die Mitarbeit auf dem Feld. Zu der Arbeitszeit im Hofladen kommt auch noch das vermakten in Erfurt auf dem Markt. Dazu muss der/die Zuständige um 4:30 aufstehen. Auch wenn in Cobstädt die Bevölkerung dem Hofladen treu ist, gibt es keinerlei formalisierte Versammlung auf der sie Einfluss nehmen kann auf die Gärtnerei. Inwieweit Kundenwünsche berücksichtigt werden in der gärtnerischen Planung vermag ich nicht zu sagen.

Was an dem Konzept der Grünschnäbel noch positiv erscheint, ist die Ruhepause im Winter, in der niemand arbeiten muss. Allerdings wird ohne den Vollversorgungsanspruch auf diese Art auch keine regionale und saisonale Versorgung der Bevölkerung ermöglicht und die Menschen essen weiter Brocoli aus Italien und Paprikas aus Andalusien.

Verantwortung

Die Verantwortung lag bisher hauptsächlich bei den drei GbR Eignern/innen. Dies hat sich mit der Auszeit von einer von ihnen etwas gewandelt, da einer weiteren Person aus dem Team Verantwortung übertragen wurde. Manche Aufgaben rotieren in der Gärtnerei (z.B. zum Markt fahren). Anbauplanung und Jungpflanzenplanung werden hingegen von den selben Personen gemacht. (wenn ich mich nicht irre)

Der Hof

die GärtnerInnen leben zu dritt auf dem Hof.

Körperlicher Verschleiß

Wie oben erwähnt hat sich eine Person schonmal eine Auszeit genommen. Gut ist sicherlich auch die Arbeitspause im Winter.

Ertragsvergleich Solawi/Biolandgärtnerei

Was mir noch auffiel ist, dass die Gärtnerei trotz eines geringeren outputs an Gemüse, bei einer etwas geringeren Arbeitskraftdichte/ha als in unserem Betrieb, dennoch ausreichend Geld abwirft um alle Löhne zu zahlen.

Die Versorgungsleistung pro Gärtner liegt in unserer Solawi deutlich höher als in diesem konventionel vermaktenden Bioland Betrieb, zumal unsere wöchentlich Stundenzahl auch noch geringer ist (ca. 30h). Zum einen liegt dies sicherlich an der größeren Gemüsefläche (etwa 2,5 ha bei uns statt 1,7 ha dort, Gründüngung und Obstwiese nicht mitgerechnet!) und der höheren Maschinisierung, zum anderen liegt es an der Mitarbeit der Mitglieder und den doch beeindruckenden Einsparungen dank fehlender Vermarktung, die in den Anbau des Gemüses oder andere Arbeiten fließen können. (um nur die – meiner Meinung nach – stärksten Faktoren zu nennen)

Hier nochmal grob die Arbeitsstunden pro ha/pro Woche im Jahresmittel:

Grünschnäbel 5*40=200h/1,7ha=>117,65h/ha (Die 40 Stundenwoche ist eher eine Schätzung von mir, daher unter Vorbehalt, selbst bei einer 30h Wochen wären es immerhin noch 88,24h/ha)

Rote Beete 5*30+15= 165h/2,5=>66h/ha

Das wäre beinahe das doppelte und dabei ist unsere Gründüngungsfläche (1,5ha) noch nicht eingerechnet.

Schlussendlich

Alles in allem ein super nettes Team! Danke für die Offenheit und bewahrt euch den Humor liebe Grünschnäbel 😉

Schloss Tonndorf und Weberhof

5.6.-8.6.

Diesmal keine großen objektiven Daten, denn die Solawi dort ist gerade nicht mehr existent. Größter Faktor war dabei die Landfrage. Es befand sich nicht im Besitz der GärtnerInnen und diese gerieten in Streit mit dem Besitzer. Gärtner Peter baut dieses Jahr mit Nimue und ihrem Pferd Kartoffeln für die Gemeinschaft auf Schloss Tonndorf an.

Auf Schloss Tonndorf leben 28 Erwachsene und 30 Kinder. Eine gemeinsame Ökonomie gibt es nicht. Mahlzeiten werden zum Teil gemeinsam eingenommen in einem Essaal. Habe zwei mal in der Großküche mit geschnibbelt. Danke fürs leckere Essen und die „riesige“ Kühlkammer!

Es gibt eine Imkerei, ein paar Schafe und auch einen kleinen Milchviehbetrieb auf dem Schloss. Dieser versorgt einige Menschen in Tonndorf mit frischer Milch. Außerdem wird auch etwas Hüttenkäse hergestellt.

Leider ist der CDU Bürgermeister dem gesamten Projekt nicht so ganz wohlgesonnen. Auch der Gärtnerei wurde durch den Sportverein, der im Sommer seinen Rasen täglich sprenkelt, die Verlegung einer Wasserleitung nicht ermöglicht. Die Ausfuhr der Milch scheint eine wichtige Brücke zum Dorf unten zu werden, so scheint es der „Milchproduzentin“ Christiana. Sie schätzt die Möglichkeit aus dem Betrieb eine Solawi zu machen noch als etwas schwieriges ein, auch wenn viele Kunden einen sehr kontinuierlichen Milchkonsum haben. Was nicht als Milch verkauft werden kann (z.B. wegen einer schwankenden Produktivität oder Abnahme), wird zu Hüttenkäse verarbeitet. Aber wer weiß wie sich der Betrieb weiter entwickelt…

Die Genossenschaft, die Eigner des Schlosses ist zahlt zwei der Bewohner einen Lohn für das Bauen und Hausmeistertätigkeiten aus, um den Fortgang der unzähligen Baustellen zumindest eine kleine beständige Basis zu geben. Fand ich keine schlechte Idee. Mir blieb nur die Frage, ob dies den Rest der Bewohner vielleicht dazu verleitet sich aus dem „Baugeschäft“ raus zu halten. Aber sicherlich böte dieses Modell auch die Möglichkeit für alle sich spontan von den kontinuierlichen Personen unterweisen zu lassen und ihnen zu helfen wenn es gerade passt.

Organisiert ist die Gemeinschaft in einem Förderverein, der Genossenschaft und einem monatlichen Plenum

Soziale Landwirtschaft in Tonndorf

An einem Nachmittag war ich mit Nimue in ihrem Gärtchen. Sie bestellt diesen Garten zusammen mit ein paar betreuten Kindern aus dem Weberhof in Tonndorf (das hat nichts mit dem Schloss zu tun). So lernen die Kinder einmal in der Woche mal mehr mal weniger motiviert zu Säen, zu Jäten und zu Ernten. Im Unterschied zu Karin (siehe Bericht vom Luisenhof) liegt ihr Fokus daher stark auf dem Pädagogischen.

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Das Schloss…vor meiner Ankunft….
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Die Kartoffeln im super tonigen Tonndorf (ist „Tonn“ das altdeutsche Wort für Ton?)
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Nimue in ihrem Gärtchen. Sie ist mittlerweile stolze Besitzerin eines DDR Gewächshauses 😉

Diestel Sonnengarten bei Jena

http://diestels-sonnengarten.de/

1. Objektive Daten

# Rechtsform: Einzelner Eigentümer

# Fläche: Gemüse ca.1,5ha, sowie einige Weidelandflächen, teilweise mit Obstbäumen und Wald rings ums Dorf verteilt.

# Gärtner_Innenteam: zwei+ Helfer, Auf dem Hof leben noch etwa 3 Erwachsene und auch Kinder.

# Die Arbeitszeit nicht definiert.

# Versorgt: ca. 60 Portionen

# Anteilsgröße: k.A.

# Besteht an dieser Hofstelle bestehend seit 2014

# Organisation: geht hauptsächlich vom Hof aus.

# Maschinisierung: Zwei Traktoren (ein Fendt Geräteträger mit Zwischenachsaufhängung, seitliches Mähwerk, Schlegelmulcher, Gänsefußhacke, Pflug, ), noch nicht benutzte Pferdegeräte

# Bewässerung: Wasser aus Zisterne wird mit Traktor hoch gefahren zum Feld. Bewässerug im Tunnel mit Schirmregnern.

# Lagerung: Mehrere kleine Sandstein Gewölbekeller auf dem Hof. Belüftung per Hand. Kühl auch im Sommer. In Sand: Rote Beete und Sellerie bis Mitte Juni. Für Möhren irgendwann zu feucht?! In Regalen: Kohl, Kartoffeln

# Verteilstationen: in Erfurt, Weimar und Jena

# Boden: sandiger Lehm, 26 Bodenpunkte. Schlagweise sehr unterschiedliche Zusammensetzung.

# Azubis: War schonmal einer da, der aber dort abgebrochen hat

 

Welche Faktoren begünstigen die Stabilität der Solawi?

Das Land ist gekauft 😉 … Aber Eigentum einer Person.

Was verringert die Burnoutfaktoren, bzw. was sind die Burnoutfaktoren?

Es gibt aufgrund des kleinen Teams quasi keine geteilten Verantwortungen (Totalüberblickszwang).

Urlaub von zwei Wochen am Stück ist kaum möglich.

Die Verantwortung für die Rechtsform liegt bei einer Person.

Habt ihr schonmal Supervision oder Mediation gemacht?

Wenn ich es richtig verstanden habe bisher nicht.

Großer Terrapreta Irrtum?!

Sebastian und Leona erzählten mir, dass nach Witte (ich hoffe es ist der richtige Witte: http://www.mc-bicon.de/im-focus.php), die Holzkohlestückchen in der Terrapreta nicht nach einem Verbrennungsvorgang dem Kompost beigefügt wurden. Nach Witte‘s Erfahrung entsteht die Kohle durch „mikrobielle Karbonisierung“ von dem Kompost hinzugefügten Holzstückchen. Auf dessen leicht verdichteten und feucht gehaltenen Mieten entsteht nach nur drei Monaten ein Kompost mit „Kohlestückchen“. Diese sind das Kohlenstoffgerüst des Holzes. Der Rest des Holzes hat in dem Kompostierungsprozess eine Rolle, die ein Stück bereits verkohltes Holz nicht erfüllt.

Landwirte, die durch Verbrennung hergestellte Holzkohle mit ihrem Kompost ausgebracht hatten, haben dadurch auf Dauer schlechte Erfahrungen mit der Entwicklung ihres Bodens gemacht.

Der Pferdemistkompost ist hier nach bereits 6 Monaten zu guter dunkler Erde geworden. Es finden sich nur wenige Strohreste, es gibt kein Schmieren und die Struktur ist fein krümelig. Sebastian hatte den Kompost mit seinem Demeter Präparat behandelt und durch das Andrücken mit der Frontladerschaufel leicht verdichtet. Nach Witte entweicht so die Luft und ihr Sauerstoff aus den Zwischenräumen. Der Kompostierungsprozess verläuft so wie im Darm eines Regenwurms unter leichtem Druck und anaerob. Öffnet man den Kompost während des Prozesses könne es durchaus wie faule Eier riechen. Das Endergebnis hat allerdings eher einen angenehmen Duft.

Allgemein

Der Betrieb hängt zur Zeit stark von einem Duo ab. Wie einige andere Gärtnereien auch leidet der Betrieb unter den Teamwechseln. Da der Kreis der Verantwortlichen so klein ist bedeutet der Wegbruch eines Teammitglieds mehr Stress, da die Wissensvermittlung nur durch ein bis zwei Personen passieren kann.

Wünsche/ Botschaft

Suchen Gärtner, Leute die Bock haben Viehwirtschaft zu betreiben und solche die gerne einen alten Hof sanieren möchten.

 

Mein Schlafplatz war Leonas Pfadfinderzelt. Davor sieht man meine tragbare Solarpanele, mit der ich meine Kamera, mein MP3 Player und meinen Laptop bis etwa 84% Laden kann. Dann scheint der Widerstand des Akkus zu groß zu werden….

Mit dieser zweirädrigen Radhacke ließen sich auch die arg verunkrauteten Möhren noch hacken. Allerdings mit einigem Kraftaufwand. Die zwei Flügelhackschaare verhindern ein einsinken in den Boden

Zwischen die Plane steckten Sophie und ich die Kürbise. Das Unkraut hatte allerings das Mulchvlies angehoben, da das Bändchengewebe nicht 100% Licht dicht ist. verstehe ich nicht….

Bunter Hof Friedmannsdorf

Ein willkommener Zwischenstopp war mir der Bunte Hof in Friedmannsdorf, der quasi direkt an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen liegt. Kathrin und Mathias hatten mich eingeladen als sie auf dem letzten Solawi Regionaltreffen Sachsen-Thüringen waren. Sie haben diesen Hof gekauft und suchen Leute die Lust haben das Land solidarisch zu bewirtschaften, was hinter dem Hof liegt. Sie haben 1ha Weideland und 1ha Ackeland bei dem dieses Jahr die Pacht ausläuft. Außerdem gibt es im Dorf noch einen weiteren Landbesitzer mit 10-12ha Land, der auch Bereitschaft signalisiert hat. Bei Interesse oder Fragen einfach mal anrufen bei Kathrin: Tel.036608-216172

ihre Seite ist gerade noch in Wartung…. http://www.bunter-hof.de/

Luisenhof bei Chemnitz

 

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Die Fahrt vom Schellehof zum Luisenhof habe ich wohl etwas unterschätzt. Die über 140 km durchs Erzgebirgsvorland haben mich inkl. Pausen 12 Stunden Fahrt gekostet. Dieser Weg entlang der „wilden Weißeritz“ von Rabenau nach Tharandt entpuppte sich nach etwa 2 km als sich immer weiter verengender Pfad. An diesem Tag habe ich mehrmals die schlechte Ausschilderung der Radwege verflucht. Mein Radkarte vom ADFC im Maßstab 1:150.000 ist da oft nur eine Hilfe, wenn wenigstens ausgeschildert ist, wie das nächste Dorf heißt. Dafür traf ich durchweg nur auf nette hilfsbereite Sachsen.

 

1. Objektive Daten

# Rechtsform: Mittlerweile läuft die Solawi als ein Zweckbetrieb der Pädagogik des gemeinnützigen Hofvereins. Einnahmen aus der Pädagogik sind höher als die der Solawi. Der Luisenhof e.V. betreut Kinder, die mit dann mit auf dem Hof leben. http://www.luisenhof-gemeinschaft.de/

# Fläche: 1ha Gemüse inkl. Gründüngung, zwei mal 15*9m Folientunnel und ca. 2000m² Kartoffeln, etwa übrige 2,5 ha Acker, 3-4ha Weide (Kaum Futterzkauf, nur Teilstrohzukauf)

Davon sind insgesamt 2ha Eigentum des Vereins, der Rest ist gepachtet, Kauf wird angestrebt um wirklich ökologische Landwirtschaft betreiben zu können z.B. Hecken pflanzen zu können und nicht mehr vor der Agrargenossenschaft kuschen zu müssen.

# Gärtner_Innenteam: Zwei Hauptamtliche Gärtnerinnen mit je 25h, +Ein Lehrling.

# Die Arbeitszeit schwankt stark, ist aber weiter gesunken. 25 Stunden reichen aber oft nicht aus.

# Finanziert durch Mitglieder: 45€ Durchschnitt, Mitglieder müssen zwischen 40-50€ zahlen, keine Bietrunde. Im Herbst/Winter werden teilweise Lagergemüseübeschüsse über Großmarkt und Foodassembly verkauft, da noch mehr Mitglieder gebraucht werden. 2 Gärtnerlöhne + Investitionen werden dadurch abgedeckt. Pferdegeräte finanziert Gärtnerin selbst. Mindestlohn.

Ausnahmebeispiel: Als unerwartet eine neue Pumpe angeschafft werden musste konnten Kosten durch die Zahl der Mitglieder geteilt werden und jeder zahlte einmalig 50€.

Der Hof zahlt für seine eigene Gemüseentnahme.

# Versorgt werden 60, angestrebt sind 75 Anteile noch dieses Jahr, danach bis 85

# Anteilsgröße: für 1Person +Kind für eine Mahlzeit pro Tag

# Besteht seit 2012 (Hof besteit seit 2009)

# Organisation: Einjährige Mitgliederversammlung mit Rückblick und Ausblick. Der Etat des Vorjahres wird abgeglichen mit tatsächlichen Umsatz und der neue vorgestellt. Austausch über mögliche Veränderungen bei Arbeitseinsätzen. Entscheidungen werden von den Gärtnerinnen getroffen.

# Maschinisierung: In der Gärtnerei hauptsächlich Pferdearbeit (Gänsefuß-(Vielfachgerät) und Pendelhacken, Häufler, Heuwender, Knickwalze, Holzwalze, Pflug, Saatbeetkombination, Grubber, Egge, Rodepflug) und Handarbeit. Es wird alles auf Dämmen angebaut. Bei sehr ungünstigen Wetterverhältnissen oder extremen Arbeitsspitzen kann auch der Traktor (ein kleiner Furgoson) des Hofes genutzt werden. Kompost wird mit dem Traktor/ Miststreuer ausgebracht.

# Bewässerung: (arbeitsaufwendig und nicht optimal) – Ein Kreisregnerstrang für 10*40m zum umstellen, Versuch wenig zu wässern.

# Lagerung: 2 Keller und ein kühler Verteilstationsraum

# Verteilstationen: Eine in Chemnitz und eine auf dem Hof

# Boden: sandiger Lehm

# Azubis: bisher keine

# Welche Faktoren begünstigen die Stabilität der Solawi? – Was verringert die Burnoutfaktoren, bzw. was sind die Burnoutfaktoren?

In der Vergangenheit war die Gärtnerin sehr gestresst dadurch Verantwortung für alles zu haben. Ihr Erkenntnis ist, dass ein kleine Solawi mit kleiner Fläche trotzdem viel Kommunikations- und Verwaltungsaufwand hat. Die Werbung neuer Mitglieder, die Kommunikation mit den Mitgliedern und die Büroarbeiten neben dem Gärtnern sind die größten Stressfaktoren. Mehr als zwei Stellen sind sinnvoll.

Stress entsteht für die Gärtnerin durch

…die Nichtaufteilung von Verantwortungen (Totalüberblickszwang)

…fehlenden Urlaub von min. drei Wochen am Stück

…die Alleinige Verantwortung in der Rechtsform: Vor allem als Gärtnerin damit alleine war

…Dinge wo man die Verantwortung hat aber keine Ahnung und zu wenig innere Motivation das zu verändern

…eigene körperliche Grenzen, es stresst diese festzustellen weil die Arbeit die vor einem liegt dann nicht bewältigbar scheint

Stress

Wann empfindest du den meisten Stress? Wenn Kinder krank werden. Auch durch die nicht-Trennung von arbeits- und Wohnort (kann aber auch erleichtern)

Mitglieder: Fehlende Initiative bei der Selbstverwaltung, z.B.: bei Aufteilung des Gemüses,

oder Hilfeangebote auf Eigeninitiative

Welche Umstände verringern ihn?

Durch Hilfe von Mitarbeiterin auch im Privaten, ausgehen, tanzen!

Habt ihr schonmal Supervision oder Mediation gemacht? Wie häufig?

Jein. Innerhalb der Gärtnerei nicht. Auf dem Hof haben Bekannte des Hofes sich als Mediator probiert. Frau war dar und hat Gewaltfreie Kommunikation probiert. Supervision oder Mediation von Außen bisher abgelehnt.

Etwas Reflexion von außen durch Regionalgruppe.

Verantwortung

Wie wird Verantwortung aufgeteilt? Folientunnel+Buchhaltung+Jungpflanzenanzucht/ Freiland+Grundbodenbearbeitung

Teilweise wird aber auch in anderen Bereichen des Vereins geholfen (z.B: Milchverarbeitung der Hofrinder, Pflügen der landwirtschaftlichen Ackerfläche)

Körperlicher Verschleiß – Wie geht ihr mit der harten körperlichen Arbeit um?

Feldenkreis

Auf Pferdegeräte umsteigen wo man drauf rumsitzen kann

Wünsche/ Botschaft

„Suche Ersatzteilspender für neue Wirbelsäule“

Mechaniker, der Geräte umbaut (z.B. Sitze drauf)

Gleichgewicht von Produktion und sozialer Arbeit

Mehr Lust auf soziale Arbeit (z.B. Mitarbeit von betreuten Kindern vom Hof. Bisher passiert das „nur“ ab und zu)

 

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Mein Arbeitsplatz mit Blick auf einen Pferdearsch
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Olli und Karin beim Geschirr anlegen.
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Karin arbeitet mit Mutter-(hinten) und Tochterpferd.
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Ein Raum mit Karin im schönen neu restaurierten Rosenhof, in den ein Teil der Gemeinschaft umgezogen ist.
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Holzschnitzel mit Lehm als Dämmung auf dem Rosenhof
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Olli und die alte funktionierende Bandsäge…
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…aus leipziger Produktion, vorgestellt auf der Weltausstellung 1900 in Paris.
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Der Neid packt mich 😉 Ein alter Kohlhobel…
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mit seitlicher Kurbel, der unsere Sauerkrautproduktion sehr erleichtern könnte…
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Olli und ich verpassten dem „neuen“ Heuwender einen Schutz damit Karin nicht über ihre Pferde fliegt wenn sie wieder zu rasant bremst…
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Die Aufnahme für die Deichseln habe ich so gebaut, dass die Deichsel nach dem Entfernen des mittleren Holms durch lösen der Flügelschraube, seitlich verrückt und rausgenomen werden kann. So ist sie steif im angebauten Zustand.
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Die reparierte Vollbeet-Pendelhacke
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Vorne: das bereits gewendete Heu liegt schön gleichmäßig verteilt, direkt dahinter sieht man das noch nicht gewendete krause Heu. Im Hintergrund: Karin dem Heuwender
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Die vom Lehrling im Winter gebastelte Knickwalze. Mit ihr kann man beispielsweise über eine ährenschiebenden Roggenbestand fahren um den Roggen umzuknicken ohne ihn abzuschneiden. Dadurch pumpen die Wurzeln die letzte Energie vergeblich nach oben und der hartnäckige Roggen stirbt ab. Danach kann direkt in den Lebend-Mulch hineingepflanzt werden.
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Ein Häufler mit einem Häufelschaar mit Stangen. Damit kann einem verschmieren der Erdoberfläche vorgebeugt werden.

Karin’s Kommentar: „Wir bauen auf Dämmen an, weil es vor allem für alle späteren arbeiten ( hacken, häufeln) für das Pferd einfacher ist den „Weg zu finden“, gleiches gilt für Schulklassen und Zu betreuende Menschen die Hin und Wieder im Gemüse mithelfen!
Hier seht ihr quasi die Beet Vorbereitung für die Kohlpflanzung, das Saatbeet ist nicht so optimal was aber NICHT an der Pferdearbeit liegt sondern an der Vorkultur ( Kleegras welches durch Rinderbeweidung starke Trittschäden hatte, dadurch zu stark verdichtet wurde und dann auch erst ( wegen des schwierigen Herbstes 2016) Anfang April Gepflügt wurde ( das Kleegras hatte also gar keine Zeit sich richtig umzusetzen da auch noch eine Trockenperiode folgte)…..
und ja…………bei der Anspannung…der Zugstrang ist verdreht das ist nicht korrekt….ein Dilemma bei der Arbeit hier….die ständige Improvisation bei den uralten Pferdegeräten und der Pferdegeschirren…“

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Die beiden Folientunnel mit Waschplatz davor
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Das Anzuchthäuschen im Folientunnel schützt die von Sarah herangezogenen Jungpflanzen doppelt vor Frost
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Gurken, Paprika und bereits stattliche Stangenbohnen
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Die mit Pferd und Häufler angelegten Dämme
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Die Saatbeetcombi
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…die Vollbeet-Gänsfußhackschaare lassen sich hoch klappen vom Sitz aus.