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Freudenthal

1. Objektive Daten

https://solawi-freudenthal.de/

# Rechtsform: eingetragener Verein

# Fläche: etwa 2,4 ha gestreut auf 4 Standorte, 5 Gewächshäuser + Möglichkeit zur Jungpflanzenanzucht in Uni Gewächshaus in Witz

# Gärtner_Innenteam: eigentlich 5 GärtnerInnen (eine temporär nicht besetzt, 1 ausgefallen) + FöJ+ zwei Mitglieder die für ihren Gemüseanteil einmal in der Woche mitarbeiten.

# Die Arbeitszeit variiert stark, kurzzeitig fehlten zwei GärtnerInnen dieses Frühjahr, angepeilt sind zusammen 100 Wochen Arbeitsstunden im Jahresdurchschnitt

# Finanziert durch anonyme Bietrunde der Mitglieder

# Versorgt 150 Anteile

# Anteilsgröße: zur Zeit klein aus unterschiedlichen Gründen, s.u.

# Besteht seit 2012

# Organisation: vierteljährliche Versammlungen

# Maschinisierung: ein Traktor, Geräte werden sich hauptsächlich geliehen von umliegenden Bauern, bzw. Solawis

# Bewässerung: drei der Flächen mit Pumpe/Brunnen und Regnern, eine mit Schlauch/Pumpe mit Bachwasser (leider genau letzte Woche ausgetrocknet) dort wird nun mit Traktor ein 1000l Tank hoch gefahren zum Feld.

# Lagerung: weiss ich nicht

# Verteilstationen: Drei in Witzenhausen und Gertenbach

# Boden: unterschiedlich, größtenteils lehmiger Sand, teilweise nur wenig Mutterboden über dem Fels.

# Azubis: Keine

 

 

Meine Eindruecke

Die Solawi Freudenthal ist gegründet worden von StudentInnen der ökologischen Agrarwissenschaften. Dort konnten sie sich frei von vorher bestehenden Betriebshierarchien ausprobieren, denn das Team wechselte jährlich beinahe komplett. Durch die ökonomischen Grundbedingungen (kein eigenes Land, bzw. teilweise nicht einmal ein Pachtvertrag, keine eigenen Maschinen, Flächen ohne Brunnen, wo auch keiner gebohrt werden wird weil eben die Flaeche nicht Eigentum der Solawi sind etc…) in Kombination mit den wechselnden Teams, scheint ein Verlassen der Pionierphase nicht möglich. Das Team aus dem letzten Jahr hat sich deswegen auch vorgenommen vom System des jährlichen Wechsels Abstand zu nehmen und zu versuchen ein beständiges GärtnerInnenteam zu bilden. Kurz vor meinem Aufenthalt war das Team allerdings damit beschäftigt den Weggang eines Teammitglieds, sowie den zwischenzeitlichen Ausfall eines weiteren mitten im Frühjahr zu überbrücken (eine weitere Gaertnerei auf Gaertnersuche…). Dadurch ist die Arbeitsbelastung im Frühjahr enorm gestiegen und einige notwendige Arbeiten konnten nicht gemacht werden. Wie auch auf dem Schellehof beobachtet, ist ab einer bestimmten Betriebsgröße ein ins Hintertreffen geraten beim Hacken später kaum mehr aufzuholen.

Gehackt wird in diesem Betrieb zur Zeit(neben den Handhacken) mit einer Hacke, die hinten an die Dreipunktaufhaengung des Schleppers gehaengt wird. Hinter der Hacke befindet sich ein Sitz von dem aus mensch sie etwas lenken kann. Es macht zwar mehr spasz so zu Hacken, allerdings wird auch doppelt so viel Arbeitskraft gebraucht wie bei einem Geraetetraeger mit Hacke im Zwischenachsanbau.

Ich habe dem Gartenteam geraten sich nochmal Zeit fuer eine grundlegende Neuplanung des Betriebs zu geben und dafuer ggf. auch den Ausfall einer Gemuesesaison in Kauf zu nehmen. Unter den oben beschriebenen Bedingungen, die eine langfristige Planung unmoeglich machen sehe ich kaum eine andere Chance. Es muss sich eine Gruppe finden die bereit ist sich mittelfristig festzulegen und dementsprechend auch Investitionen in Land und Maschinen auf sich nimmt.

Die Suche nach dieser Gruppe von Gaertnernden wird bestimmt einiges an Energie und Zeit kosten, daher meine Idee sich vielleicht nichts anderes Vorzunehmen als die Gruppenfindung. Wenn sich dabei dann ein Plan herausbildet, wie es genau mit der Solawi weitergehen kann, dann

kann ich mir vorstellen, dass die Mitglieder fuer diesen quasi Neuanfang Verstaendnis haben werden. Auch deshalb, weil bei einem aussetzen des Betriebs dessen Hilfsbeduerftigkeit tatsaechlich erfahren werden kann von seinen Mitgliedern.

Leider habe ich keine Fotos aus Freudenthal, also bleiben nur die auf der eigenen Seite.

Ich wuensche ihnen viel Glueck und Solidaritaet auf ihrem weiteren Weg!

Die Grünschnäbel, Cobstädt

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8.6.-10.6.

1. Objektive Daten

# Rechtsform: GbR mit drei Leuten, Keine Solawi! Bioland zertifiziert

# Fläche: 1,7 ha, da drauf mehrere Folientunnel, und noch 2 Anzuchttunnel auf dem Hof

# Gärtner_Innenteam: 5

# Versorgt einen Hofladen und Markt

# Besteht seit 2006

# Maschinisierung: Einachser mit verschiedenen Geräten

# Lagerung: Keine (kein Lagergemüse)

# Boden: sandiger Ton

 

Allgemein:

Die Grünschnäbel produzieren ihre eigenen Jungplfanzen für sich selbst und zum Verkauf. Der Verkauf stellt eine wichtige Einnahmequelle da im Frühjahr, an dem ansonsten noch nicht so viel verkauft wird. Die Preise für die Jungpflanzen variieren zwischen 0,80€ und 2,30€ (für Paprika).Bis zu 6000 Tomatenjungpflanzen à 2€ können in einem Frühjahr verkauft werden. In der Kommune Waltershausen leben sogar 2 Gärtner ein ganzes Jahr von 750€/Monat und müssen dafür nur 3 Monate Jungpflanzen ziehen und verkaufen, so wurde mir erzählt. Der Hofladen in dem neben den Jungpflanzen und dem eigenen Gemüse auch ausschließlich regionale Bioprodukte verkauft werden bildet für die Gärtnerei eine wichtige Schnittstelle zum Dorf. Viele Kunden kommen jede Woche. Es kam die Frage auf, ob denn – wenn sie als Solawi arbeiten würden – nicht dieser regelmäßige Kontakt zu den Einzelnen verloren gehen könnte. Sicherlich ist bei uns auf dem Hof der Kontakt sporadischer, da wir gar nicht immer mitbekommen wenn sich jemand sein Gemüse aus unserer auf dem Hof gelegenen Verteilstation holt. Allerdings investiert die Rote Beete auch für die komplette Verteilung des Gemüses gerade einmal ca. 5 Stunden für eine Arbeitskraft…(Dein Hof und Schellehof sogar gar keine, da dies Mitglieder übernehmen). Der Kontakt entsteht bei uns ansonsten eher über die Mitarbeit auf dem Feld. Zu der Arbeitszeit im Hofladen kommt auch noch das vermakten in Erfurt auf dem Markt. Dazu muss der/die Zuständige um 4:30 aufstehen. Auch wenn in Cobstädt die Bevölkerung dem Hofladen treu ist, gibt es keinerlei formalisierte Versammlung auf der sie Einfluss nehmen kann auf die Gärtnerei. Inwieweit Kundenwünsche berücksichtigt werden in der gärtnerischen Planung vermag ich nicht zu sagen.

Was an dem Konzept der Grünschnäbel noch positiv erscheint, ist die Ruhepause im Winter, in der niemand arbeiten muss. Allerdings wird ohne den Vollversorgungsanspruch auf diese Art auch keine regionale und saisonale Versorgung der Bevölkerung ermöglicht und die Menschen essen weiter Brocoli aus Italien und Paprikas aus Andalusien.

Verantwortung

Die Verantwortung lag bisher hauptsächlich bei den drei GbR Eignern/innen. Dies hat sich mit der Auszeit von einer von ihnen etwas gewandelt, da einer weiteren Person aus dem Team Verantwortung übertragen wurde. Manche Aufgaben rotieren in der Gärtnerei (z.B. zum Markt fahren). Anbauplanung und Jungpflanzenplanung werden hingegen von den selben Personen gemacht. (wenn ich mich nicht irre)

Der Hof

die GärtnerInnen leben zu dritt auf dem Hof.

Körperlicher Verschleiß

Wie oben erwähnt hat sich eine Person schonmal eine Auszeit genommen. Gut ist sicherlich auch die Arbeitspause im Winter.

Ertragsvergleich Solawi/Biolandgärtnerei

Was mir noch auffiel ist, dass die Gärtnerei trotz eines geringeren outputs an Gemüse, bei einer etwas geringeren Arbeitskraftdichte/ha als in unserem Betrieb, dennoch ausreichend Geld abwirft um alle Löhne zu zahlen.

Die Versorgungsleistung pro Gärtner liegt in unserer Solawi deutlich höher als in diesem konventionel vermaktenden Bioland Betrieb, zumal unsere wöchentlich Stundenzahl auch noch geringer ist (ca. 30h). Zum einen liegt dies sicherlich an der größeren Gemüsefläche (etwa 2,5 ha bei uns statt 1,7 ha dort, Gründüngung und Obstwiese nicht mitgerechnet!) und der höheren Maschinisierung, zum anderen liegt es an der Mitarbeit der Mitglieder und den doch beeindruckenden Einsparungen dank fehlender Vermarktung, die in den Anbau des Gemüses oder andere Arbeiten fließen können. (um nur die – meiner Meinung nach – stärksten Faktoren zu nennen)

Hier nochmal grob die Arbeitsstunden pro ha/pro Woche im Jahresmittel:

Grünschnäbel 5*40=200h/1,7ha=>117,65h/ha (Die 40 Stundenwoche ist eher eine Schätzung von mir, daher unter Vorbehalt, selbst bei einer 30h Wochen wären es immerhin noch 88,24h/ha)

Rote Beete 5*30+15= 165h/2,5=>66h/ha

Das wäre beinahe das doppelte und dabei ist unsere Gründüngungsfläche (1,5ha) noch nicht eingerechnet.

Schlussendlich

Alles in allem ein super nettes Team! Danke für die Offenheit und bewahrt euch den Humor liebe Grünschnäbel 😉

Schloss Tonndorf und Weberhof

5.6.-8.6.

Diesmal keine großen objektiven Daten, denn die Solawi dort ist gerade nicht mehr existent. Größter Faktor war dabei die Landfrage. Es befand sich nicht im Besitz der GärtnerInnen und diese gerieten in Streit mit dem Besitzer. Gärtner Peter baut dieses Jahr mit Nimue und ihrem Pferd Kartoffeln für die Gemeinschaft auf Schloss Tonndorf an.

Auf Schloss Tonndorf leben 28 Erwachsene und 30 Kinder. Eine gemeinsame Ökonomie gibt es nicht. Mahlzeiten werden zum Teil gemeinsam eingenommen in einem Essaal. Habe zwei mal in der Großküche mit geschnibbelt. Danke fürs leckere Essen und die „riesige“ Kühlkammer!

Es gibt eine Imkerei, ein paar Schafe und auch einen kleinen Milchviehbetrieb auf dem Schloss. Dieser versorgt einige Menschen in Tonndorf mit frischer Milch. Außerdem wird auch etwas Hüttenkäse hergestellt.

Leider ist der CDU Bürgermeister dem gesamten Projekt nicht so ganz wohlgesonnen. Auch der Gärtnerei wurde durch den Sportverein, der im Sommer seinen Rasen täglich sprenkelt, die Verlegung einer Wasserleitung nicht ermöglicht. Die Ausfuhr der Milch scheint eine wichtige Brücke zum Dorf unten zu werden, so scheint es der „Milchproduzentin“ Christiana. Sie schätzt die Möglichkeit aus dem Betrieb eine Solawi zu machen noch als etwas schwieriges ein, auch wenn viele Kunden einen sehr kontinuierlichen Milchkonsum haben. Was nicht als Milch verkauft werden kann (z.B. wegen einer schwankenden Produktivität oder Abnahme), wird zu Hüttenkäse verarbeitet. Aber wer weiß wie sich der Betrieb weiter entwickelt…

Die Genossenschaft, die Eigner des Schlosses ist zahlt zwei der Bewohner einen Lohn für das Bauen und Hausmeistertätigkeiten aus, um den Fortgang der unzähligen Baustellen zumindest eine kleine beständige Basis zu geben. Fand ich keine schlechte Idee. Mir blieb nur die Frage, ob dies den Rest der Bewohner vielleicht dazu verleitet sich aus dem „Baugeschäft“ raus zu halten. Aber sicherlich böte dieses Modell auch die Möglichkeit für alle sich spontan von den kontinuierlichen Personen unterweisen zu lassen und ihnen zu helfen wenn es gerade passt.

Organisiert ist die Gemeinschaft in einem Förderverein, der Genossenschaft und einem monatlichen Plenum

Soziale Landwirtschaft in Tonndorf

An einem Nachmittag war ich mit Nimue in ihrem Gärtchen. Sie bestellt diesen Garten zusammen mit ein paar betreuten Kindern aus dem Weberhof in Tonndorf (das hat nichts mit dem Schloss zu tun). So lernen die Kinder einmal in der Woche mal mehr mal weniger motiviert zu Säen, zu Jäten und zu Ernten. Im Unterschied zu Karin (siehe Bericht vom Luisenhof) liegt ihr Fokus daher stark auf dem Pädagogischen.

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Das Schloss…vor meiner Ankunft….
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Die Kartoffeln im super tonigen Tonndorf (ist „Tonn“ das altdeutsche Wort für Ton?)
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Nimue in ihrem Gärtchen. Sie ist mittlerweile stolze Besitzerin eines DDR Gewächshauses 😉

Diestel Sonnengarten bei Jena

http://diestels-sonnengarten.de/

1. Objektive Daten

# Rechtsform: Einzelner Eigentümer

# Fläche: Gemüse ca.1,5ha, sowie einige Weidelandflächen, teilweise mit Obstbäumen und Wald rings ums Dorf verteilt.

# Gärtner_Innenteam: zwei+ Helfer, Auf dem Hof leben noch etwa 3 Erwachsene und auch Kinder.

# Die Arbeitszeit nicht definiert.

# Versorgt: ca. 60 Portionen

# Anteilsgröße: k.A.

# Besteht an dieser Hofstelle bestehend seit 2014

# Organisation: geht hauptsächlich vom Hof aus.

# Maschinisierung: Zwei Traktoren (ein Fendt Geräteträger mit Zwischenachsaufhängung, seitliches Mähwerk, Schlegelmulcher, Gänsefußhacke, Pflug, ), noch nicht benutzte Pferdegeräte

# Bewässerung: Wasser aus Zisterne wird mit Traktor hoch gefahren zum Feld. Bewässerug im Tunnel mit Schirmregnern.

# Lagerung: Mehrere kleine Sandstein Gewölbekeller auf dem Hof. Belüftung per Hand. Kühl auch im Sommer. In Sand: Rote Beete und Sellerie bis Mitte Juni. Für Möhren irgendwann zu feucht?! In Regalen: Kohl, Kartoffeln

# Verteilstationen: in Erfurt, Weimar und Jena

# Boden: sandiger Lehm, 26 Bodenpunkte. Schlagweise sehr unterschiedliche Zusammensetzung.

# Azubis: War schonmal einer da, der aber dort abgebrochen hat

 

Welche Faktoren begünstigen die Stabilität der Solawi?

Das Land ist gekauft 😉 … Aber Eigentum einer Person.

Was verringert die Burnoutfaktoren, bzw. was sind die Burnoutfaktoren?

Es gibt aufgrund des kleinen Teams quasi keine geteilten Verantwortungen (Totalüberblickszwang).

Urlaub von zwei Wochen am Stück ist kaum möglich.

Die Verantwortung für die Rechtsform liegt bei einer Person.

Habt ihr schonmal Supervision oder Mediation gemacht?

Wenn ich es richtig verstanden habe bisher nicht.

Großer Terrapreta Irrtum?!

Sebastian und Leona erzählten mir, dass nach Witte (ich hoffe es ist der richtige Witte: http://www.mc-bicon.de/im-focus.php), die Holzkohlestückchen in der Terrapreta nicht nach einem Verbrennungsvorgang dem Kompost beigefügt wurden. Nach Witte‘s Erfahrung entsteht die Kohle durch „mikrobielle Karbonisierung“ von dem Kompost hinzugefügten Holzstückchen. Auf dessen leicht verdichteten und feucht gehaltenen Mieten entsteht nach nur drei Monaten ein Kompost mit „Kohlestückchen“. Diese sind das Kohlenstoffgerüst des Holzes. Der Rest des Holzes hat in dem Kompostierungsprozess eine Rolle, die ein Stück bereits verkohltes Holz nicht erfüllt.

Landwirte, die durch Verbrennung hergestellte Holzkohle mit ihrem Kompost ausgebracht hatten, haben dadurch auf Dauer schlechte Erfahrungen mit der Entwicklung ihres Bodens gemacht.

Der Pferdemistkompost ist hier nach bereits 6 Monaten zu guter dunkler Erde geworden. Es finden sich nur wenige Strohreste, es gibt kein Schmieren und die Struktur ist fein krümelig. Sebastian hatte den Kompost mit seinem Demeter Präparat behandelt und durch das Andrücken mit der Frontladerschaufel leicht verdichtet. Nach Witte entweicht so die Luft und ihr Sauerstoff aus den Zwischenräumen. Der Kompostierungsprozess verläuft so wie im Darm eines Regenwurms unter leichtem Druck und anaerob. Öffnet man den Kompost während des Prozesses könne es durchaus wie faule Eier riechen. Das Endergebnis hat allerdings eher einen angenehmen Duft.

Allgemein

Der Betrieb hängt zur Zeit stark von einem Duo ab. Wie einige andere Gärtnereien auch leidet der Betrieb unter den Teamwechseln. Da der Kreis der Verantwortlichen so klein ist bedeutet der Wegbruch eines Teammitglieds mehr Stress, da die Wissensvermittlung nur durch ein bis zwei Personen passieren kann.

Wünsche/ Botschaft

Suchen Gärtner, Leute die Bock haben Viehwirtschaft zu betreiben und solche die gerne einen alten Hof sanieren möchten.

 

Mein Schlafplatz war Leonas Pfadfinderzelt. Davor sieht man meine tragbare Solarpanele, mit der ich meine Kamera, mein MP3 Player und meinen Laptop bis etwa 84% Laden kann. Dann scheint der Widerstand des Akkus zu groß zu werden….

Mit dieser zweirädrigen Radhacke ließen sich auch die arg verunkrauteten Möhren noch hacken. Allerdings mit einigem Kraftaufwand. Die zwei Flügelhackschaare verhindern ein einsinken in den Boden

Zwischen die Plane steckten Sophie und ich die Kürbise. Das Unkraut hatte allerings das Mulchvlies angehoben, da das Bändchengewebe nicht 100% Licht dicht ist. verstehe ich nicht….

Bunter Hof Friedmannsdorf

Ein willkommener Zwischenstopp war mir der Bunte Hof in Friedmannsdorf, der quasi direkt an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen liegt. Kathrin und Mathias hatten mich eingeladen als sie auf dem letzten Solawi Regionaltreffen Sachsen-Thüringen waren. Sie haben diesen Hof gekauft und suchen Leute die Lust haben das Land solidarisch zu bewirtschaften, was hinter dem Hof liegt. Sie haben 1ha Weideland und 1ha Ackeland bei dem dieses Jahr die Pacht ausläuft. Außerdem gibt es im Dorf noch einen weiteren Landbesitzer mit 10-12ha Land, der auch Bereitschaft signalisiert hat. Bei Interesse oder Fragen einfach mal anrufen bei Kathrin: Tel.036608-216172

ihre Seite ist gerade noch in Wartung…. http://www.bunter-hof.de/

Luisenhof bei Chemnitz

 

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Die Fahrt vom Schellehof zum Luisenhof habe ich wohl etwas unterschätzt. Die über 140 km durchs Erzgebirgsvorland haben mich inkl. Pausen 12 Stunden Fahrt gekostet. Dieser Weg entlang der „wilden Weißeritz“ von Rabenau nach Tharandt entpuppte sich nach etwa 2 km als sich immer weiter verengender Pfad. An diesem Tag habe ich mehrmals die schlechte Ausschilderung der Radwege verflucht. Mein Radkarte vom ADFC im Maßstab 1:150.000 ist da oft nur eine Hilfe, wenn wenigstens ausgeschildert ist, wie das nächste Dorf heißt. Dafür traf ich durchweg nur auf nette hilfsbereite Sachsen.

 

1. Objektive Daten

# Rechtsform: Mittlerweile läuft die Solawi als ein Zweckbetrieb der Pädagogik des gemeinnützigen Hofvereins. Einnahmen aus der Pädagogik sind höher als die der Solawi. Der Luisenhof e.V. betreut Kinder, die mit dann mit auf dem Hof leben. http://www.luisenhof-gemeinschaft.de/

# Fläche: 1ha Gemüse inkl. Gründüngung, zwei mal 15*9m Folientunnel und ca. 2000m² Kartoffeln, etwa übrige 2,5 ha Acker, 3-4ha Weide (Kaum Futterzkauf, nur Teilstrohzukauf)

Davon sind insgesamt 2ha Eigentum des Vereins, der Rest ist gepachtet, Kauf wird angestrebt um wirklich ökologische Landwirtschaft betreiben zu können z.B. Hecken pflanzen zu können und nicht mehr vor der Agrargenossenschaft kuschen zu müssen.

# Gärtner_Innenteam: Zwei Hauptamtliche Gärtnerinnen mit je 25h, +Ein Lehrling.

# Die Arbeitszeit schwankt stark, ist aber weiter gesunken. 25 Stunden reichen aber oft nicht aus.

# Finanziert durch Mitglieder: 45€ Durchschnitt, Mitglieder müssen zwischen 40-50€ zahlen, keine Bietrunde. Im Herbst/Winter werden teilweise Lagergemüseübeschüsse über Großmarkt und Foodassembly verkauft, da noch mehr Mitglieder gebraucht werden. 2 Gärtnerlöhne + Investitionen werden dadurch abgedeckt. Pferdegeräte finanziert Gärtnerin selbst. Mindestlohn.

Ausnahmebeispiel: Als unerwartet eine neue Pumpe angeschafft werden musste konnten Kosten durch die Zahl der Mitglieder geteilt werden und jeder zahlte einmalig 50€.

Der Hof zahlt für seine eigene Gemüseentnahme.

# Versorgt werden 60, angestrebt sind 75 Anteile noch dieses Jahr, danach bis 85

# Anteilsgröße: für 1Person +Kind für eine Mahlzeit pro Tag

# Besteht seit 2012 (Hof besteit seit 2009)

# Organisation: Einjährige Mitgliederversammlung mit Rückblick und Ausblick. Der Etat des Vorjahres wird abgeglichen mit tatsächlichen Umsatz und der neue vorgestellt. Austausch über mögliche Veränderungen bei Arbeitseinsätzen. Entscheidungen werden von den Gärtnerinnen getroffen.

# Maschinisierung: In der Gärtnerei hauptsächlich Pferdearbeit (Gänsefuß-(Vielfachgerät) und Pendelhacken, Häufler, Heuwender, Knickwalze, Holzwalze, Pflug, Saatbeetkombination, Grubber, Egge, Rodepflug) und Handarbeit. Es wird alles auf Dämmen angebaut. Bei sehr ungünstigen Wetterverhältnissen oder extremen Arbeitsspitzen kann auch der Traktor (ein kleiner Furgoson) des Hofes genutzt werden. Kompost wird mit dem Traktor/ Miststreuer ausgebracht.

# Bewässerung: (arbeitsaufwendig und nicht optimal) – Ein Kreisregnerstrang für 10*40m zum umstellen, Versuch wenig zu wässern.

# Lagerung: 2 Keller und ein kühler Verteilstationsraum

# Verteilstationen: Eine in Chemnitz und eine auf dem Hof

# Boden: sandiger Lehm

# Azubis: bisher keine

# Welche Faktoren begünstigen die Stabilität der Solawi? – Was verringert die Burnoutfaktoren, bzw. was sind die Burnoutfaktoren?

In der Vergangenheit war die Gärtnerin sehr gestresst dadurch Verantwortung für alles zu haben. Ihr Erkenntnis ist, dass ein kleine Solawi mit kleiner Fläche trotzdem viel Kommunikations- und Verwaltungsaufwand hat. Die Werbung neuer Mitglieder, die Kommunikation mit den Mitgliedern und die Büroarbeiten neben dem Gärtnern sind die größten Stressfaktoren. Mehr als zwei Stellen sind sinnvoll.

Stress entsteht für die Gärtnerin durch

…die Nichtaufteilung von Verantwortungen (Totalüberblickszwang)

…fehlenden Urlaub von min. drei Wochen am Stück

…die Alleinige Verantwortung in der Rechtsform: Vor allem als Gärtnerin damit alleine war

…Dinge wo man die Verantwortung hat aber keine Ahnung und zu wenig innere Motivation das zu verändern

…eigene körperliche Grenzen, es stresst diese festzustellen weil die Arbeit die vor einem liegt dann nicht bewältigbar scheint

Stress

Wann empfindest du den meisten Stress? Wenn Kinder krank werden. Auch durch die nicht-Trennung von arbeits- und Wohnort (kann aber auch erleichtern)

Mitglieder: Fehlende Initiative bei der Selbstverwaltung, z.B.: bei Aufteilung des Gemüses,

oder Hilfeangebote auf Eigeninitiative

Welche Umstände verringern ihn?

Durch Hilfe von Mitarbeiterin auch im Privaten, ausgehen, tanzen!

Habt ihr schonmal Supervision oder Mediation gemacht? Wie häufig?

Jein. Innerhalb der Gärtnerei nicht. Auf dem Hof haben Bekannte des Hofes sich als Mediator probiert. Frau war dar und hat Gewaltfreie Kommunikation probiert. Supervision oder Mediation von Außen bisher abgelehnt.

Etwas Reflexion von außen durch Regionalgruppe.

Verantwortung

Wie wird Verantwortung aufgeteilt? Folientunnel+Buchhaltung+Jungpflanzenanzucht/ Freiland+Grundbodenbearbeitung

Teilweise wird aber auch in anderen Bereichen des Vereins geholfen (z.B: Milchverarbeitung der Hofrinder, Pflügen der landwirtschaftlichen Ackerfläche)

Körperlicher Verschleiß – Wie geht ihr mit der harten körperlichen Arbeit um?

Feldenkreis

Auf Pferdegeräte umsteigen wo man drauf rumsitzen kann

Wünsche/ Botschaft

„Suche Ersatzteilspender für neue Wirbelsäule“

Mechaniker, der Geräte umbaut (z.B. Sitze drauf)

Gleichgewicht von Produktion und sozialer Arbeit

Mehr Lust auf soziale Arbeit (z.B. Mitarbeit von betreuten Kindern vom Hof. Bisher passiert das „nur“ ab und zu)

 

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Mein Arbeitsplatz mit Blick auf einen Pferdearsch
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Olli und Karin beim Geschirr anlegen.
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Karin arbeitet mit Mutter-(hinten) und Tochterpferd.
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Ein Raum mit Karin im schönen neu restaurierten Rosenhof, in den ein Teil der Gemeinschaft umgezogen ist.
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Holzschnitzel mit Lehm als Dämmung auf dem Rosenhof
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Olli und die alte funktionierende Bandsäge…
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…aus leipziger Produktion, vorgestellt auf der Weltausstellung 1900 in Paris.
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Der Neid packt mich 😉 Ein alter Kohlhobel…
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mit seitlicher Kurbel, der unsere Sauerkrautproduktion sehr erleichtern könnte…
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Olli und ich verpassten dem „neuen“ Heuwender einen Schutz damit Karin nicht über ihre Pferde fliegt wenn sie wieder zu rasant bremst…
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Die Aufnahme für die Deichseln habe ich so gebaut, dass die Deichsel nach dem Entfernen des mittleren Holms durch lösen der Flügelschraube, seitlich verrückt und rausgenomen werden kann. So ist sie steif im angebauten Zustand.
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Die reparierte Vollbeet-Pendelhacke
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Vorne: das bereits gewendete Heu liegt schön gleichmäßig verteilt, direkt dahinter sieht man das noch nicht gewendete krause Heu. Im Hintergrund: Karin dem Heuwender
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Die vom Lehrling im Winter gebastelte Knickwalze. Mit ihr kann man beispielsweise über eine ährenschiebenden Roggenbestand fahren um den Roggen umzuknicken ohne ihn abzuschneiden. Dadurch pumpen die Wurzeln die letzte Energie vergeblich nach oben und der hartnäckige Roggen stirbt ab. Danach kann direkt in den Lebend-Mulch hineingepflanzt werden.
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Ein Häufler mit einem Häufelschaar mit Stangen. Damit kann einem verschmieren der Erdoberfläche vorgebeugt werden.

Karin’s Kommentar: „Wir bauen auf Dämmen an, weil es vor allem für alle späteren arbeiten ( hacken, häufeln) für das Pferd einfacher ist den „Weg zu finden“, gleiches gilt für Schulklassen und Zu betreuende Menschen die Hin und Wieder im Gemüse mithelfen!
Hier seht ihr quasi die Beet Vorbereitung für die Kohlpflanzung, das Saatbeet ist nicht so optimal was aber NICHT an der Pferdearbeit liegt sondern an der Vorkultur ( Kleegras welches durch Rinderbeweidung starke Trittschäden hatte, dadurch zu stark verdichtet wurde und dann auch erst ( wegen des schwierigen Herbstes 2016) Anfang April Gepflügt wurde ( das Kleegras hatte also gar keine Zeit sich richtig umzusetzen da auch noch eine Trockenperiode folgte)…..
und ja…………bei der Anspannung…der Zugstrang ist verdreht das ist nicht korrekt….ein Dilemma bei der Arbeit hier….die ständige Improvisation bei den uralten Pferdegeräten und der Pferdegeschirren…“

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Die beiden Folientunnel mit Waschplatz davor
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Das Anzuchthäuschen im Folientunnel schützt die von Sarah herangezogenen Jungpflanzen doppelt vor Frost
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Gurken, Paprika und bereits stattliche Stangenbohnen
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Die mit Pferd und Häufler angelegten Dämme
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Die Saatbeetcombi
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…die Vollbeet-Gänsfußhackschaare lassen sich hoch klappen vom Sitz aus.

Station II – Auf dem Schellehof

Auf dem Schellehof, bzw. Sternenhof war ich vom 16.5.-23.5.2017. Der Hof hat zwei Hofstellen. Ich habe mich dabei hauptsächliche auf den Betriebszweig der Gärtnerei konzentriert.

1. Objektive Daten

# Rechtsform: Der Betrieb ist als GbR organisiert, wobei zur Zeit nur zwei Leute in der der GbR sind, sich aber mehr gewünscht werden. Die Abnehmer sind in einem Verein namens „Lebenswurzel“ organisiert.

# Fläche: ca. 50 ha, die der GbR gehören. Darin enthalten ist Weideland, landwirtschaftliche Ackerfläche (Getreide) und 2ha Gemüse (wobei in der Dammkulturanbauweise ein 1,5 facher Flächenbedarf besteht im Vergleich zur Beetkultur), + Kartoffeln auf extra Fläche.

# Gärtner_Innenteam – 3 Stellen, wobei eine noch in der Landwirtschaft arbeitet, Dazu ein Praktikant und ein freiwilliges ökologisches Jahr Absolvierender. Kein/e ausgebildete/r Gärtner_in im Team. In der Landwirtschaft arbeiten noch zwei Leute und im Büro auch noch eine Arbeitskraft. Das Ausfahren der Lieferung wird von einem Mitglied übernommen.

# Die Arbeitszeit der Gärtner_Innen liegt planmäßig bei 40 Stunden. Überstunden sind die Regel.

# Finanziert wird alles durch 6 Vollzeitstellen gegen Mindestlohn, die im Jahresetat der Kooperative veranschlagt sind. In einer Bietrunde legt jedes Mitglied seinen finanziellen Beitrag frei fest. Eine der 6 Vollzeitstellen (Landwirt) ist nicht besetzt.

# Versorgt werden 150 Portionen, der Verein Lebenswurzel hat 200 Mitglieder.

# Besteht seit 2013? Vorher Demeterhof

# Organisation: Im Verein werden Entscheidungen auf einer Versammlung getroffen. Absprachen in der Landwirtschaft/Gärtnerei werden nach Bedarf abgehalten. (Regelmäßiger Termin durch Schaffensdruck verhindert?!)

# Maschinisierung: ein Fendt Schlepper (Geräteträger) für die Bodenvorbereitungsarbeiten, Dammhäufelung sowie Striegel (siehe Fotos 10-15). Eine  Fingerhacke soll noch dazugekauft werden. GT wird bis jetzt zwischenachs nicht verwendet sondern mit nachlaufendem vertikal Striegel.  Für die Landwirtschaft gibt es noch einen größeren Fendt.

# Bewässerung: Notbewässerung, da Brunnenbau nicht möglich (siehe Foto 5)

# Lagerung: in einem recht kühlen Raum auf alter Hofstelle, sowie Kellerraum.

# Boden: Extrem lehmiger Boden. (Bildet starke Kruste und bleibt darunter lange feucht)

2. Eigene Beobachtungen

Dieser Teil entspricht meiner Sicht auf das Projekt und muss sich nicht unbedingt mit der der Beteiligten decken.

# Die Entlohnung: 10€ pro Stunde

# Die Arbeitszeiten vor allem der Dienstschluss kann oft nicht eingehalten werden aufgrund des Arbeitsdrucks. Trotz der Übernahme des Ausfahrdienstes durch einen Ernteteiler und der in der Gärtnerei eigentlich hohen Arbeitskraft pro ha. Allerdings führt die fehlende Ausbildung bzw. Erfahrung, und der geringe/rechtzeitige Einsatz der maschinellen Hacktechnik und des Abflammens zu einem enormen Mehraufwand. Ein weiterer Faktor ist die fehlende Aufteilung von Verantwortungsbereichen in der Gärtnerei, die zur Zeit in der Hauptsache nur von einer Person vorgenommen wird. Dies führt zu einem fehlenden Widerstreiten unterschiedlicher Funktionen, oder anders gesagt es gibt keinen konstruktiven fachlichen Disput zwischen verschiedenen Positionen, in dem Prioritäten ausgehandelt werden. Die Ressource der kollektiven Intelligenz kann so nicht genutzt werden.

Zusammenfassend sehe ich hier allerdings das Grundproblem nicht im Betrieb sondern in dem strukturellen Problem, dass es nicht genügend ausgebildete Gärtner bzw. Landwirte in Deutschland zu geben scheint. Zumindest kann festgehalten werden, dass in vielen Betriebe welche gesucht werden.

# Experimente Allgemein: Wenn ich es richtig sehe ist in diesem Hof in der Gärtnerei gleich zu Beginn mit Anbaumethoden begonnen worden, die nicht in eigener Erfahrung vorher erprobt worden waren. Aufgrund der vielen Faktoren (Anderer Boden, Mulchmaterial, Schneckendruck, Niederschlagsmenge, Geräte etc…) lässt sich beim Gärtnern, nicht aus Erfahrungen gewonnenes Wissen nur schwer übertragen. Vielleicht ist es für den Aufbau einer neuen Gärtnerei wirklich erst mal empfehlenswert mit einer bei sich selbst (z.B. im Ausbildungsbetrieb) erprobten Anbaumethodik zu beginnen um die wirtschaftlich und sozial schwierige Phase des Betriebsaufbaus zu überstehen. Oder wenigstens auf einem Großteil der Fläche. Wenn der Betrieb dann läuft können Stück für Stück mehr Betriebsteile eher experimentelle Methoden verwenden.

# Die Beetlänge: Die meisten Beete haben eine Länge von etwa 60m. Für eine Bearbeitung mit Traktor schon eher knapp.

# Problem mit einzelnen Mitgliedern

Leider musste der Schellehof eine schlechte Erfahrung mit einer handvoll Mitgliedern einer Verteilstation machen. Es gab in dieser Verteilstation eine einzelne Person, die Anfing Unmut über den Hof zu äußern, der aus Sicht der Gärtner nicht nachvollziehbar war ihnen aber auch nicht direkt übermittelt wurde. So wurde z.B. behauptet es wäre über längere Zeiträume viel weniger Gemüse verteilt worden als es tatsächlich der Fall war. Außerdem wurden Unwahrheiten über die Verhältnisse auf dem Hof verbreitet.

Ein paar Mitglieder innerhalb der Verteilstation sprangen darauf an und trafen sich, wobei auf diesen Treffen weiterer Unmut durch Gerüchte geschürt wurde. Als Menschen vom Hof dann zur Verteilstation kamen um damit aufzuräumen sprach allerdings niemand die problematisierten Dinge an. Ein halbes Dutzend Mitglieder trat dort dennoch aus der Solawi aus.

# Probleme mit Förderungen:

Der Hof hatte eine Blühstreifenbezuschussung beantragt. Diese bestand darin jedes Jahre eine beliebige Fläche, die auch in der Größe variieren durfte zu bezuschussen. Nachdem das erste Jahr, in dem der Hof 3 ha als Blühstreifen hatte, vergangen war, bemerkte die EU, dass sich zu viele Bauern angemeldet hatten und beschloss, jeder müsse in den Folgejahren genau so viel Blühstreifenfläche Anbauen wie im Vorjahr und so auch in den Folgejahren. Dem Hof sind aber 3ha permanente Blühstreifen zu viel. Daher klagte Andre und durfte schließlich ohne Sanktionen aber auch gänzlich ohne Förderung raus aus dem Programm. Von der Logik her lässt sich dieses Vorgehen durch die EU Institutionen nicht nachvollziehen. Wenn nicht genügend Geld da ist müssten sie doch froh sein wenn einige Landwirte weniger Förderungen beantragen.

Zudem ist nicht einzusehen wieso Landwirte ihre Betriebsführung an Förderungspläne anpassen müssen und die EU aber umgekehrt die Förderbedingungen einfach verändern kann.

# Probleme mit dem Demeterverband: Es gab eine Änderung der Demeterhofrichtlichien nach der nur noch behornte Rinder auf dem Hof sein dürfen. Der Hof ist aber zur Zeit noch im Besitz einiger genetisch hornloser Kühe und Bullen. Da der Hof diese nicht innerhalb eines Jahres abgeben oder schlachten will besteht sogar die Überlegung aus dem Verband auszutreten. Das zweite Problem ist die Distanz zum nächsten Demeterschlachter. Den langen Transportweg will der Hof aber nicht in Kauf nehmen, da dies für die Rinder schlecht ist. Der lokale Schlachter hat allerdings kein Demetersiegel, da dort auch konventionell gehaltene Tiere geschlachtet werden. Die Richtlinie soll vor der Vermischung des Fleisches schützen. Ein Siegel kann also zwar schützen, es kann aber auch zu Dingen führen, die nicht „Sinn der Sache“ sein können. Eine zentrale Vergabe von Siegeln zeigt sich hier als kontraproduktiv. Ökologisches Verhalten kann nicht durch Siegel garantiert werden, da jeder Hof andere Bedingungen hat. Eine konstruktiv-kritische Gemeinschaft die einen Hof trägt ist ein viel besseres Kontrollinstrument.

# Fragen: Wie lösen eigentlich andere Landwirtschaftliche Solawis das Problem, dass eine rentable Landwirtschaft mehr Getreideprodukte hervorbringt als die daran hängende Gärtnerei Gemüseportionen?

 

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1. Viel Platz für mich… und für die Schafe!

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2. Da Hofstelle und Gemüseacker nicht direkt beieinander liegen, gibts die Werkzeuge im Container am Feldrand
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3. Die recht ansehnliche Mistmiete, speist sich aus dem Hofeigenen Tierdunk. Der Großteil ist Rindermist.
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4. Nach etwa einem Jahr Kompostierung ist das Stroh noch deutlich erkennbar. Ausreichend Feuchtigkeit ist vorhanden.
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5. Behelfsmäßig wird hier mit Tropfschleuchen und Wassertank bewässert. Der Acker liegt hoch. Nach der Auskunft einer Bohrfirma müsse man 150m tief graben um an das Wasser der Elbtalsole zu kommen. Der Hof liegt etwa 2 km von der Elbe entfernt. Ansonsten gibt es mittlerweile einen kleinen Tankwagen, der mittels Zapfwelle Wasser in mehrere Tropfschleuche pumpen kann, oder wahlweise auch mit 25m Kreisregnern bestückt werden kann. Angesichts des Fahraufwands haben sich die Gärtner allerdings für die wassersparende Tropfschlauchvariante entschieden
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6. ein Tag nach dem entfernen des Vlieses ist der Möhrendoppeldamm bereits oberflächlich verkrustet durch den hohen Lehmanteil. Seitlich lassen sich die Dämme jetzt noch recht bequem hacken, denn die Verschüttwirkung an den kleinen Hängen ist groß, während gleichzeitig die Möhren kaum Gefahr laufen verschüttet zu werden. Mit der Trockenheit steigt allerdings auch die Gefahr, dass sich größere Stücken lösen und die Feinsämereien in Mittleidenschaft gezogen werden.
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7. Links: Letzte Woche gepflanzte Petersilie. Rechts ein gejähtet und Hand gechackter Möhrendamm.
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8. Die Entfernung der kompletten Befließung war die erste Aufgabe als ich kam. Bis auf die Pastinaken waren alle Feinsämereien gut gekeimt. Leider auch das Unkraut, da das abflammen nicht gemacht wurde. Eine Stückelung der Aussaattermine vor allem bei Möhren ist sehr zu empfehlen, um nicht den Abflamm- und Jähteaufwand auf einmal zu haben. Das Feuchthalten des Bodens nach dem Aussähen ist bei diesem Boden unerlässlich, da die Kruste kaum einen Keim durchlässt.
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9. Zwischen Hof und Gemüseacker liegt ein kleines Waldstück vor dem einige der Mutterkühe mit ihren Kälbern grasen.
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10. Spezielle Häufelschaare für die Errichtung der Dämme
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11. ergänzend zu ihnen gibt es ein Diabolo förmiges Güttlerwalzenaggregat, welches die aufgehäufelten Dämme in einem Arbeitsgang anpresst und in Form bringt.
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12. Durch die Gretenform, kann eine Schmierwirkung an den Dammseiten verringern werden.
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13. Mit diesen Vertikalstriegeln habe ich an zwei nachmittagen die kompletten Kultursätze gehackt. Bei Feinsämereien bin ich im 2. Ackergang ohne Häufeteil, bei Pflanzkulturen im 3. Schnellgang mit Häufelteil gefahren.
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14. An den Enden Erkennt man die Abschraubbaren mini Häufelelemente. Die Breite lässt sich Stufenlos verstellen, so dass auch näher an die Kulturen gestriegelt werden kann. Konzeptionel schwach ist die für den Boden zu geringe Stabdicke. Diese verbiegen sich an Steinen und hartem Boden.
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15. ERGEBNIS: Auf Grund des zu späten Zeitpunkts des Striegelns konnte nicht das gewünschte Arbeitsergebnis erreicht werden. Das Unkraut im zwei- und dreiblattstadium wurde komplett herausgerissen oder verschüttet. Größeres war schon nach zwei Tagen wieder draußen. Hinzu kam auch die trockene Witterung, die die Kruste in Brocken herunterrollen lies anstatt die Hänge flächendeckend zu zu schütten. Ein Maschinehackgang direkt nach der Vlieswegnahme wäre ratsam bei diesem Boden. Außerdem wäre zu testen ob nicht eine der Dammform angepasstes Gänsefußhackschaar hilfreich wäre anstatt der Striegelstangen. Falls dies zu viel schmiert, könnte auch noch ein zweiter etwas tiefer liegender vertikalstriegel montiert werden. Desweiteren könnten Holschutzscheiben auf dem Damm mitlaufen, dies würde allerdings eine Aussaat mit einer Sämaschine voraussetzen. Ein gleichbleibender Abstand von 6cm zwischen den Reihen wäre so zu gewährleisten. Bei höheren Abständen steigt der Jähtaufwand auch zu späteren Zeitpunkten, da die Möhren so nicht richtig dicht machen können. Mittlerweile gibt es auch Betriebe, die Dreireihig auf die Dämme aussähen, wobei die mittlere Reihe nur die halbe Aussaatstärke bekommt.
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16. Im Sortiment hat der Schelle/Sternenhof auch eigenes Mehl, welche auch in Form von Brot und Brötchen an die Mitglieder verteilt werden. Auch Dein-Hof bezieht Mehl vom Schellehof. Mit der Anbaufläche wäre ein vielfaches an Mehlversorgungskapazität vorhanden.
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17. Mein Reflexionsplatz 😉
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18. Gurken, Die „fehlenden“ Gurken (eine andere Sorte) waren innerhalb von 7 Tagen eingegangen und hatten laut Labor nahezu alle bekannten Pilzkrankheiten
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19. „Gemulcht“ mit Sonnenblumenhäcksel. Nicht weiterzuempfehlen, da ausgefallene Beikrautsamen direkt aus dem Häcksel keimen. Die Funktion das Hacken unnötig zu machen wird nicht erreicht.  Feucht halten tut es.

Dörrapparat

Hier kurz noch ein paar Bilder von dem Dörrapparat, den ich mit zugegeben etwas größerem Aufwand in meiner Kommune in Sehlis gemauert, geschweißt, gezimmert und verkabelt habe. I hope you dry! Denn dörren bis etwa 43 Grad ist die schonenste Konservierungsvariante für Obst und Gemüse! Ich bin gespannt ob er sich bewähren kann…

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Eine innen mit Leinöl und schwarzen Farbpigmenten aus Eisenoxid geschwärzte Stahlrampe, die mit einer Glascheibe abgedeckt ist, bildet den Raum in dem sich die Luft erhitzen und dann in den Dörraparrat aufsteigen kann
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Auf dem Dach befindet sich zudem eine Solarpanele, die eine Autobatterie speist, die unter dem Apparat im Trockenen steht. Das Dach besteht aus Holzbrettern auf die ich eine dicke Lehmschicht aufgetragen habe. Dort sind die Biberschwänze mit ihren Nasen hineingedrückt. Vielleicht wird der Raum unter Rampe und Apparat auch noch verglast und verschlossen um den Wärmespeicher der Ziegelsteine noch deutlich zu erhöhen. Darum habe ich mich auch gegen einen Metallkasten als Dörrschrank enschieden. Er wird nachts zu kalt und das kondensierende Wasser würde aufs Trockengut tropfen.
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Die Kabel aus der Panele gehen zunächst in diesen Laderegler, der den Strom zur Batterie und zum Lüfter reguliert. So ist die Batterie vor einer Überladung geschützt und der Lüfter (wie in einem PC) kann sich auch ohne das die Sonne scheint noch mehrere Tage weiter drehen. Ein wichtiges Feature für einen deutschen Dörrapparat 😉 Desweiteren erhoffe ich mir von dem Lüfter, dass er die Temperatur der Rampenluft etwas verringert an heißen Tagen, denn ab 43 Grad werden Eiweißstrukturen im Dörrgut zerstörrt. Damit wäre der Apparat auch Rohkosttauglich.
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Diese mit Kettenglliedern als Scharnieren angeschweißte Tür lässt sich schön fest verrameln und hat auf der Innenseite noch eine Holzplatte, die vor allem in der Nacht etwas isolieren soll. Kühlt der Innenraum zu stark aus, kondensiert das Wasser am Trockengut und es besteht Schimmelgefahr.
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Bei geöffneter Tür lässt sich gut erkennen, wie die Rampe gegenüber in den Apparat hinein. Dadurch, dass das obere Stück der Rampe mit schwarzem Blech abgedeckt ist anstatt das eine Scheibe bis oben durchgeht kommt kaum Sonnenlicht in den Apparat hinein. Das ist wichtig, da die Sonnenstrahlen viele Vitamine und Nährstoffe zerstören. Auf diesem Bild fehlt noch das Moskionetz, dass Insekten am Eindringen durch die Wärmerampe hindert. Unten auf dem Boden ist noch eine Klappe angebracht, die in Zukunft entfernt werden könnte bei Nacht, um die warme Luft die man unter dem Dörrapparat ansammeln könnte wenn man auf den Seiten noch eine Fensterscheibe mit Lehm vormauert. Zu sehen sind auch die Armiereisen, auf denen die mit Kaninchendraht bespannten Trockenrahmen abgestellt werden können. Bei Stappelung können 20 solcher Rahmen gleichzeitig hinein. Es wird sich noch zeigen ob dies mit der Trockenleistung zu bewältigen ist.
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Blick durch das Ofenrhohr. Es ist oben auf der hinteren Seite des Apparates angebracht um einen Luftzug quer durch den Apparat zu erzeugen. Dabei helfen soll der darin eingepasste Lüfter, der permanent Luft nach oben saugt auch wenn sie kaum warm genug ist um selbst aufzusteigen. Auch das Rohr ist schwarz um das Aufsteigen der Luft zu beschleunigen.

Erster Hof meiner Reise

Der erste Hof meiner Reise war Dein Hof bei Radebeul/Dresden. Unsere Höfe verbindet bereits eine längere Bekanntschaft, da sie etwa zwei Jahre später als die Rote Beete mit der Bewirtschaftung begannen und wir durch gemeinsame Rechtsberatungstreffen in Leipzig, Hofbesuche und das Treffen unserer Solawis in der vier mal im Jahr auf einem der Höfe stattfindenden Regionalgruppe Sachsen-Thüringen, anfingen uns auszutauschen. Ich bin dort vom 11.-16.5. gewesen.

Inhalt dieses Eintrags:

1. Objektive Daten

2. Eigene Beobachtungen

1. Objektive Daten

# Fläche – Dein Hof bewirtschaftet als GbR mittlerweile etwa 3,7 ha Pachtland, wobei 2 ha gerade neu dazugekommen sind und umgebrochen wurden.

# Gärtner_Innenteam – Es arbeiten drei Gärtner_Innen, eine Azubi, und ein Bundesfreiwilligendienstleistender.

# Die Arbeitszeit der Gärtner_Innen liegt bei 30 Stunden + Mitmachtage die gegen Mindestlohn bezahlt werden. Dazu kommen noch die Kosten für das Ausfahren, dass ein Mitglied bezahlt bekommt.

# Finanziert wird alles durch vier Vollzeitstellen gegen Mindestlohn, die im Jahresetat der Kooperative veranschlagt sind. In einer Bietrunde legt jedes Mitglied seinen finanziellen Beitrag frei fest.

# Versorgt werden mit 140 Portionen über 250 Menschen.

# Besteht seit 2014.

# Organisation: Entscheidungen in der Kooperative, die über das Alltagsgeschäft der Gärtner_Innen hinaus gehen werden auf einem Plenum getroffen, dass von einer Kerngruppe aus Mitgliedern und Gärtner_Innen organisiert wird.

# Maschinisierung: ein Schlepper (kein Geräteträger) für die Bodenvorbereitungsarbeiten.

# Bewässerung: Pumpe, die permanent installierte Sprühregner mit etwa einem 4m Radius auf 200m Länge versorgen kann. Über Tage programmierbare Steuerung.

# Lagerung: in einem recht kühlen Raum des eingeschossigen Hofgebäudes. Karotten z.B. bis Mai dort lagerbar.

# Boden: Extrem sandiger Elbtalboden

2. Eigene Beobachtungen

Dieser Teil entspricht meiner Sicht auf das Projekt und muss sich nicht unbedingt mit der der Beteiligten decken.

# Die Entlohnung ist eher am Mindestlohn orientiert als einem Lohn der sich einem gesellschaftlichen Durchschnitt annähert, aber die Gärtner_innen können sich (jedenfalls mittlerweile?!)  tatsächlich an sich selbst gegebene Arbeitszeiten halten.

# Die Arbeitszeiten sind relativ fest gelegt und können durch die hohe Besetzung wohl meist eingehalten werden (3 GärtnerInnen, 1Bufdi, 1Azubi auf bisher 1,7 ha nun 2,7ha) Wochenenddienste nur bei Mitmachtagen. Die Pionierphase scheint abgeschlossen. Auch der die Übernahme des Ausfahrdienstes durch ein Mitglied entlastet die Gärtnernden.

# Es wird viel Wert auf eine Tagesstruktur gelegt in der es drei mal am Tag kurze Treffen vor einer Tafel gibt (oft nur 15 Minuten), wo getane Aufgaben abgehakt und nicht erledigte umgetragen werden. Vor allem das Treffen am Ende des Tages kann von seiner Wirkung her das Bedürfnis gegenseitiger Wertschätzung erfüllen. Dieses Potential wäre bedenkenswert, zudem ist durch ein derartiges Ritual auch ein gemeinsamer Feierabend zelebrierbar.

# Die Gegebenheiten der Hofstelle verstärken diese klare Trennung von Tageswerk und Feierabend. Es gibt dort eine Küche die Mittags gemeinsam genutzt wird, ein Werkzeuglager, eine Umkleide und einen Büroraum. Keine/r aus dem Gärtner_innenteam lebt dort.

# die „geringe“ Maschinisierung, kann durch die oben erwähnte hohe Arbeitskraftdichte (bisher ca. 2AK/ha), die extrem gute Anbindung zur Stadt Dresden durch 2 nahe gelegene Bahnhöfe und die relativ hohe Beteiligung der Mitglieder, und den leichter zu bearbeitenden Sandboden abgefangen werden.

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Arbeit mit dem Reihenzieher im lockeren schnell abtrocknenden Elbtalsandboden

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Der letzte Lauch Mitte Mai geerntet, nur vereinzelte Schosser bei denen der Blühreiz einsetzte. Links daneben ein einmalig mit dem Schlepper gegrubbertes Beet, dank des leichten Bodens ist kein weiterer bodenvorbereitender Arbeitsschritt notwendig.

# Eine ausreichende Varietät des Gemüsesortiments kann durch das überraschend kühle Lager (ohne Keller/ Kühlzelle) und die hohe Qualifikation der Gärtnernden auch Anfang Mai angeboten werden (Lagergemüse Anfang Mai: Pastinake, Steckrüben, Sellerie, Kartoffeln, Möhren. Hoffentlich nichts vergessen…)

# Teamdynamik: von der anfänglichen Besetzung sind noch immer zwei Gärtner_Innen dabei. Andere sind gekommen und gegangen. Zwischen den Gründungsgärter_innen gab/gibt es einen Konflikt. Ohne die persönlichen Elemente des Konflikts weiter einzubeziehen lassen sich doch zwei Konfliktfelder beschreiben, von denen ich hier die zwei Pole benenne zwischen denen sie sich aufspannen, denn sie dürften auch für andere Solawis interessant sein:

1.Der Blick auf die Sicherung des täglichen Betriebsablauf, sowie Wahrung juristischer Vorgaben und ökonomischer Sicherheit stehen dem Wunsch nach gärtnerischem und sozialpolitischem Experimentieren entgegen.

  • Beides sind ganz „natürliche“ Positionen die in einem Betrieb mit gesellschaftspolitischen Ambitionen besetzt sein müssen wenn er dauerhaft funktionieren soll. Ein reines Experiment kann schnell zu Grunde gehen (Beispiel: Extrem risikoreich lauter neue Methoden auf einmal einsetzen und eine mindest Gemüsemenge nicht zur erreichen, so dass zu viele Mitmacher abspringen, da sie doch nicht aus reinem Idealismus dabei sind, sondern auch weil sie Hunger haben. Oder Überarbeitung und Burnout der Gärtner_innen durch nicht abschätzbaren Arbeitsaufwand neuer Methoden) und ein auf Sicherheit aufbauender Betrieb gehört hingegen schnell zum Establishment, verliert seine Strahlkraft in die Gesellschaft und auch bald die Menschen, die ihm aus Interesse beitreten. Denn ein reiner „Versorgungsdienst nach Plan“ mag bald wenig befriedigen oder begeistern, auf Seiten der Gärtnernden und der Mitglieder. Es handelt sich also um einen nicht langfristig lösbaren Konflikt. Es muss darum gehen die Wichtigkeit des Erhalts der Positionen beider Seiten für den Weiterbestand der Organisation allen Teammitgliedern bewusst zu machen und ihre Vertreter eben als Verteidiger oder Rollenträger dieser Pole zu erkennen und Wert zu schätzen. Wenn diese Wertschätzung sich dann gegenseitig auch noch ausgesprochen wird, dann sollte dem gelegentlichen Aushandeln einer fruchtbaren Synthese aus beiden nichts mehr im Wege stehen.

2. Der Wunsch nach einem gemeinsamen Überschauen und durchsprechen der Aufgaben stehen dem Autonomiegedanken gegenüber, welches sich beispielsweise in einer klaren Umreißung von Verantwortungsbereichen nach Kulturen äußert um in Ruhe vor sich hin zu arbeiten. Letzteres Modell scheint sich gerade gegenüber dem Modell durchzusetzen Verantwortlichkeiten nach kulturenübergreifenden Aufgabenbereichen aufzuteilen (z.B. Schädlinge, Düngung etc…).

  • Wenn ich es richtig verstanden habe verbindet die eine Seite die Hoffnung sich weniger Abstimmen zu müssen und freier Handeln zu können mit der Einführung der Kulturverantwortlichkeit. Dies könnte in einem in der Hauptsache auf Handarbeit ausgelegten Betrieb wie in diesem Falle schon eher funktionieren, als in einem wo z.B. die wöchentlich anfallenden Hackarbeiten mit dem Geräteträger ausgeführt werden und dann natürlich möglichst alle „fälligen“ Kulturen in einem Gang erledigt werden, oder wo die Bewässerung einer Kultur auch immer die der Nachbarkulturen bedeutet wegen der größeren Regner.  Eine Minimierung des Abstimmungsaufwands im Team ist ein nachvollziehbarer Wunsch.
  • Ich stelle mir an dieser Stelle allerdings die Frage welche Bedürfnisse oder Funktionen der Organisation tatsächlich hinter dem „gemeinsamen Überschauen“ und dem „Autonomiegedanken“ stecken. Es liegt auf der Hand, dass jede Organisation ein Gleichgewicht zwischen individueller Autonomie und einem Überblick über das Ganze finden muss. Eine höhere Arbeitsteilung durch autonome Kulturverantwortlichkeitsbereiche kann sicherlich die individuelle Autonomie im Alltagsgeschäft erhöhen, sie erfordert aber auch ein klare Verständigung über die gemeinsamen Ziele beim Anbau (z.B.: Ertragssichherheit oder Innovativität, geringer Arbeitskraftbedarf oder höherer Qualitätsanspruch). Diese Zielsetzungen haben nämlich letztlich Folgen, die die Organisation als Ganzes tragen muss und die Bereitschaft dazu kann eben nur gegeben sein, wenn es vorher eine Einigkeit über die (ggf. unterschiedlichen) Zielsetzungen gab. Das soll nicht heißen, dass jede Kulturführung das gleiche Ziel haben muss. Aber wenn der Eine beispielsweise gerne ein gewagtes, evtl. viel Arbeitskraft fressendes Experiment mit seiner Kultur machen will während andere sich damit beauftragt fühlen „die Kartoffeln im Keller zu haben“ geht das nur gut wenn es auch so vereinbart wurde. Was ich damit sagen will: Wenn es um eine Vermeidung von Kommunikation über konfliktreiche Themen geht, ist die Arbeitsteilung mittel- und langfristig auch kein Weg. Das unter 1. beschriebene Spannungsfeld lässt sich so jedenfalls nicht auflösen und die unterschiedlichen Rollen reiben sich latent weiter aneinander.
  • Meine Empfehlung: Weitere Schritte könnten sein sich mit den Ängsten und Bedürfnissen eines Mitglieds der Organisation und den strukturellen Notwendigkeiten dieses selbstverwalteten Betriebes, die hinter dem Verlangen nach einem gemeinsamen Überblick stecken können genauso auseinanderzusetzen, wie mit denen, die hinter dem Autonomiegedanken stecken. Die Rollen und Funktionen die die einzelnen einnehmen müssen erörtert und klar gemacht werden, dann kann zwischen ihnen vermittelt werden.

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Neu angelegte Agroforstfläche wenige km südlich von Riesa am Elberadweg bevor ich zu Dein Hof kam. Breite Hecken mit Bäumen trennen die Beete voneinander.

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Unterwegs zu meiner nächsten Station, dem Schellehof in Struppen: Ein Weingut am Elberadweg, wenige km südlich von Dresden.